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Meningitis-Saison: Wer jetzt nach Afrika will, sollte geimpft sein

Meningokokken-Meningitis hat zur Zeit im Meningitisgürtel Hochsaison. Ein Konjugat-Impfstoff schützt.

Von Privatdozent Tomas Jelinek Veröffentlicht:

Im afrikanischen Meningitis-Gürtel sind Meningokokken hochgradig endemisch. Das betroffene Gebiet erstreckt sich vom Senegal im Westen quer über den Kontinent bis nach Äthiopien im Osten und hat sich in den vergangenen Jahren trendmäßig nach Süden ausgeweitet.

Saisonal gibt es dort während der Trockenzeit (Dezember bis Juni) regelmäßig die weltweit höchsten Fallzahlen an Meningokokken-Meningitis. Die meisten Erkrankungen werden in der Regel Ende März und Anfang April verzeichnet.

Nach Angaben der WHO infizierten sich in der Meningitis-Saison 2009 in 14 afrikanischen Staaten fast 90.000 Menschen, von denen mehr als 5000 starben. Auch zu Beginn der diesjährigen Saison wurden bereits regionale Ausbrüche aus mehreren Ländern gemeldet, darunter Burkina Faso, die Demokratische Republik Kongo, Ghana, Niger und der Tschad.

Es gibt 13 verschiedene Meningokokken-Serogruppen. Die meisten Erkrankungen werden jedoch von den Typen A, B, C, W135 und Y verursacht. Während in Europa die Serogruppen B und C vorherrschen, ist in Afrika die Serogruppe A der dominierende Subtyp.

Seit einer größeren Epidemie im Jahr 2002 kommt es zudem zu einer Häufung der Serogruppe W135. Zur Eindämmung der großen Epidemien hat im September 2010 zunächst in Burkina Faso, Mali und Niger eine große Impfkampagne mit einem neuen monovalenten konjugierten Impfstoff gegen Typ A begonnen. Bis 2015 sollen 300 Millionen Menschen im afrikanischen Meningitisgürtel geimpft werden.

Reisende in Endemiegebiete - besonders, wenn Sie engen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung haben - sollten unbedingt eine Impfung mit tetravalentem ACW135Y-Konjugat-Impfstoff erhalten. Dieser ist in Deutschland für Jugendliche und Erwachsene ab 11 Jahren zugelassen und wird von der STIKO empfohlen.

In den USA wurde die Impfung vor wenigen Wochen durch die Behörde Food and Drug Administration (FDA) für Kinder ab 2 Jahren zugelassen.

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