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Gesundheitswirtschaft

GKV-Sparpaket: Gesundheitsministerin Warken stellt sich Kritik der Pharmaindustrie auf offener Bühne

Beim vfa-Branchenevent lobt Gesundheitsministerin Nina Warken die Innovationskraft der Pharmaindustrie, lässt bei den geplanten Einsparungen aber nicht mit sich reden. Über die Ausgestaltung könne man aber noch reden.

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Nina Warken steht auf der Bühne inmitten anderer Diskussionsteilnehmer, die man von hinten sieht.

Steht den Pharmavertretern Rede und Antwort: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken.

© vfa/Tillman Konrad & Klaus Heymach

Berlin. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat ihre Sparansätze im Pharmabereich bekräftigt. „Wir können kein Paket vorschlagen, ohne dass der Pharmabereich seinen Beitrag leistet“, sagte die CDU-Politikerin am Dienstag vor Vertretern der Pharmaindustrie in Berlin.

Zugleich zeigte sie sich für Vorschläge aus der Industrie offen, aber ohne von den Einsparzielen abrücken zu wollen. Sie könne nicht zusagen, dass die Gesamtbelatung weniger werde, „aber über die Ausgestaltung können wir reden“. Dass insbesondere der dynamische Herstellerabschlag für die Firmen schwierig sei, könne sie nachvollziehen. „Lassen Sie uns über Alternativvorschläge sprechen“, bot Warken an.

Gesundheitswirtschaft als Innovationsmotor

Damit bleibt die Ministerin ihrer Linie treu, das GKV-Sparpaket als unvermeidbare Notwendigkeit zu verteidigen, gegenüber den betroffenen Sektoren aber weiter auf Dialogbereitschaft zu setzen. Ihr sei bewusst, dass die Pharmaunternehmen „unter erheblichen Druck“ stünden. „Von soliden und nachhaltigen Finanzen werden alle profitieren, auch die Unternehmen und unser Wirtschaftsstandort insgesamt“, betonte Warken.

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Die Gesundheitswirtschaft bezeichnete Warken als „Innovations- und Wachstumsmotor“ und „zentralen Pfeiler unserer Wirtschaft“. Auch wenn der internationale Wettbewerb härter werde, sei sie überzeugt, dass der europäische Markt für die Pharmaindustrie attraktiv bleibe.

Warken bekräftigte auf der Branchenveranstaltung des Verbandes forschender Pharma-Unternehmen (vfa) den Anspruch im Koalitionsvertrag, die Pharmaindustrie als Leitindustrie zu stärken. „Unser Anspruch ist klar: Innovation soll sich lohnen.“

Innovationen müssten aber auch zügiger in der Versorgung ankommen. Der Gesundheitsbereich spiele bei der Anwendung generativer KI dabei die wichtigste Rolle. Mit dem Forschungsdatenzentrum Gesundheit solle die notwendige Infrastruktur für Daten entwickelt werden.

vfa kritisiert „Zwangsrabatt“

Dass Warken den direkten Austausch auch auf offener Bühne nicht scheut, machte sie im Anschluss an ihre Rede vor dem Pharmapublikum deutlich. Im direkten „Sparring“, wie es die Moderatorin nannte, hörte sie sich die deutliche Kritik der Pharmachefs an.

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„Ich sehe nur Maßnahmen, die uns Schritte zurückbringen“, sagte Médard Schoenmaeckers, Vorsitzender der Geschäftsführung von Boehringer Ingelheim Deutschland. Auch vfa-Präsident Han Steutel sparte nicht mit deutlichen Worten: „Deutschland ist kein verlässlicher Standort mehr.“ Viele Firmen seien in Vorleistungen gegangen und hätten Investitionen angeschoben.

Im Zentrum seiner Kritik stand der geplante dynamische Herstellerabschlag, den der vfa als „Zwangsrabatt“ bezeichnet. „Diese Komponente ist unmöglich“, so Steutel. Keine Firma könne damit seriös planen.

Er verwies auf strategische Weichenstellungen in den Firmenzentralen außerhalb Deutschlands, die von solchen Regularien beeinflusst werden: „Das ist nicht unsere Entscheidung, das wird woanders entschieden.“ Steutels plädierte an die Ministerin, sie solle „noch einmal richtig darüber nachdenken“. (gab)

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