Hepatitis A/B/C...

Methadon-Patienten sprechen gut auf Therapie gegen Hepatitis C an

MÜNCHEN (sto). Mehr als 60 Prozent der Heroinabhängigen in den Ballungszentren sind mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Um die weitere Ausbreitung auch in die Normalbevölkerung zu hemmen, müssen nach Angaben des Münchner Suchtmediziners PD Dr. Markus Backmund Neuinfektionen verhindert und bereits Infizierte wirksam behandelt werden.

Veröffentlicht: 29.08.2006, 08:00 Uhr

Daß opioidabhängige Patienten mit Hepatitis C, die sich einer Substitutionsbehandlung unterziehen, genauso erfolgreich wie die Allgemeinbevölkerung behandelt werden können, sei inzwischen durch mehrere Untersuchungen belegt, berichtete Backmund beim 7. Interdisziplinären Kongreß für Suchtmedizin in München.

Besonders erfolgreich sei eine spezifische antivirale Therapie von Hepatits-C-Patienten mit Interferon und Ribavirin, erklärte Backmund bei der von Essex Pharma unterstützten Veranstaltung.

Inzwischen ist die Hepatitis-C-Behandlung wegen der großen Erfolgsaussichten auch bei Substitutionspatienten zugelassen. Trotzdem erhielten noch immer nicht alle Drogenabhängigen mit Hepatitis C eine wirksame Behandlung, berichtete Backmund. So hatten in der prospektiven COBRA-Studie (Cost-Benefit and Risk Appraisal of Substitution Treatments) mit insgesamt 2694 Patienten von 1101 HCV-positiven Substitutionspatienten lediglich 322 (29 Prozent) jemals eine HCV-Therapie erhalten.

Während der zwölfmonatigen Studie infizierten sich 76 der 512 HCV-negativen Studienteilnehmer mit dem Hepatitis-C-Virus. Dies zeige, daß die Prävention einer HCV-Infektion während der Substitutionsbehandlung noch dringend verbessert werden müsse, erklärte Backmund.

Insgesamt wurden im Verlauf der COBRA-Studie 237 Patienten erfolg-reich und 189 erfolglos gegen die Infektion mit Hepatitis-C-Virus behandelt. Die HCV-Therapie bei Patienten mit intravenösem Drogenmißbrauch in der Substitutionsbehandlung sei somit ähnlich erfolgreich wie in der Allgemeinbevölkerung, sagte Backmund.

Mehr zum Thema

Gastbeitrag

Neues in der Therapie bei Hepatitis B und C

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie die Corona-Pandemie uns auf die Leber schlägt

Das könnte Sie auch interessieren
Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Vitamin-C-Therapie

Die Chancen der Vitamin-C-Hochdosis-Therapie nutzen

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Immunmodulation

Vitamin C – ein Must-Have fürs Immunsystem

Anzeige | Pascoe Naturmedizin
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Check von und Lunge und Herz: Bei COPD-Patienten, die eine relevante kardiovaskuläre Erkrankung aufweisen, ist das Risiko für schwere COVID-19-Verläufe deutlich erhöht.

Schwere Verläufe

Pneumologen definieren COVID-19-Risiken für Lungenkranke

Ein Schild weist auf ein Corona-Testzentrum hin. Neue Regelungen sollen zum 1. Dezember kommen.

COVID-19-Pandemie

Neue Corona-Testverordnung ab Dezember

Eigentlich sollte der DiGA nach einer ärztlichen Verordnung nichts mehr im Wege stehen – in der Praxis treten aber noch vereinzelt Probleme mit den Krankenkassen auf.

Exklusiv Hausarzt berichtet

Krankenkassen schmettern DiGA-Rezepte teils ab