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Methotrexat bei Psoriasis plus Übergewicht heißt: Lebertests

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WIESBADEN (ars). Psoriasis geht häufig mit Typ-2-Diabetes oder Übergewicht einher. Bei Patienten mit dieser Konstellation ist während einer Methotrexat-Therapie das Risiko einer Leberfibrose erhöht. Daher sollten Hausärzte bei ihnen regelmäßig Laborparameter bestimmen sowie Untersuchungen der Leber veranlassen.

Psoriasis und Übergewicht - bei dieser Kombination gilt: Vorsicht mit Methotrexat.

Psoriasis und Übergewicht - bei dieser Kombination gilt: Vorsicht mit Methotrexat.

© Foto: Medizin und Markt, München

In welchen Abständen die Patienten zu den Checks kommen sollten, sei individuell unterschiedlich, sagte Professor Ulrich Mrowietz aus Kiel im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung". Als Faustregel könne gelten: alle zwei Monate Bestimmung der Leberenzyme, alle drei bis sechs Monate Test auf das aminoterminale Ende des Prokollagen-III-Peptids.

Denn PIIIPN habe sich in Studien als zuverlässiger Indikator einer Leberfibrose erwiesen. Diese Checks kommen nach den Worten von Mrowietz den Hausärzten als Aufgabe zu. Darüber hinaus sollten sie die Patienten etwa einmal pro Jahr zum Hepatologen überweisen, mit dem Auftrag, die Leber mit hochauflösendem Ultraschall zu untersuchen.

Psoriasis-Patienten vertragen Methotrexat nicht so gut

Anders als Patienten mit rheumatologischen Erkrankungen vertragen jene mit schwerer Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis hohe kumulative Dosen von Methotrexat meist nicht so gut: Bei ihnen wird während einer Behandlung mit dem Folsäure-Antagonist häufig beobachtet, dass die Leberenzyme ansteigen oder strukturelle Veränderungen auftreten, die auf eine beginnende Leberfibrose hindeuten.

Welche Gruppe der Psoriasis-Patienten dafür anfällig ist, haben Dr. Peter Rosenberg und seine Mitarbeiter in einer Studie bestimmt (J Hep 46, 2007, 1111). Vorgestellt hat sie Mrowietz beim Derma Update in Wiesbaden. Die schwedischen Forscher aus Stockholm untersuchten 169 Leberbiopsate von insgesamt 71 Psoriasis-Patienten, bei denen die Indikation zur Leberbiopsie während einer Methotrexat-Therapie gestellt worden war.

Bei Normalgewicht ist Fibrose-Risiko geringer

Das Ergebnis: Das Risiko für eine Leberfibrose war signifikant erhöht bei Patienten mit Risikofaktoren wie Diabetes mellitus oder einem BMI über 25. So kam es bei 96 Prozent der Patienten (25 von 26) mit mindestens einem Risikofaktor zu einer Leberfibrose. Bei ihnen betrug die kumulative Dosis im Median 1500 mg.

Im Vergleich dazu kam es nur bei 58 Prozent (26 von 45) der Psoriasis-Patienten, die nicht zusätzlich an Diabetes erkrankt und normalgewichtig waren, zu einem fibrotischen Umbau der Leber. Damit war bei ihnen die Komplikationsrate geringer, obwohl die kumulative Dosis höher war: Sie betrug im Median 2100 mg.

Stoffwechselstörungen und Übergewicht sind häufige Begleiterscheinungen einer Schuppenflechte: Fast die Hälfte der Patienten mit schwerer oder mittelschwerer Psoriasis haben einen Body Mass Index über 30. Das metabolische Syndrom kommt bei Psoriasis-Patienten sechsmal häufiger vor als bei Patienten einer nicht erkrankten Kontrollgruppe.

STICHWORT

Psoriasis in Zahlen

Die Psoriasis-Prävalenz in Deutschland liegt bei 2,1 Prozent. Das bedeutet: 1,7 Millionen Menschen sind hierzulande daran erkrankt. 75 Prozent der Psoriasis-Patienten sind jünger als 60 Jahre, wobei das Verhältnis von Frauen zu Männern ungefähr 1:1 beträgt. Ein Drittel der Patienten hat massive Beschwerden, zwei Drittel haben leichtere Formen der Erkrankung. Jeder Zweite hat eine Nagelpsoriasis, jeder Fünfte eine Psoriasis-Arthritis. (ars)

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