Mikrokugeln lassen Leber-Ca schrumpfen

MAGDEBURG (ddp). Bei einem neuen Verfahren gegen Leber-Karzinome werden Millionen winziger radioaktiver Kunstharzkügelchen mit einem Katheter exakt platziert. So werden Karzinome zielgenau bekämpft.

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Die sogenannten Mikrosphären gelangen über die Leberarterie in die kleinsten versorgenden Gefäße, wo sie ihre Strahlung abgeben. Nur ein kleiner Schnitt ist bei lokaler Anästhesie nötig, um den Eingriff zu machen.

Im günstigsten Fall können Patienten 24 Stunden nach dem Eingriff die Klinik verlassen. Mediziner der Magdeburger Universität behandeln Leberkrebs-Patienten seit etwa eineinhalb Jahren mit dieser innovativen Therapie. Die radioaktiv aufgeladenen Partikel entfalten ihre Beta-Strahlen unmittelbar am Tumor, der danach im Idealfall deutlich schrumpft, wie Professor Jens Ricke erläutert. Mit einer Halbwertszeit von 64 Stunden sind die Miniaturteilchen bereits nach wenigen Tagen nicht mehr nachzuweisen.

Die Selektive Interne Radiotherapie (SIRT) stammt aus Australien. Um sie optimal anwenden zu können, arbeiten in Magdeburg mehrere medizinische Fachbereiche zusammen. Der Zusammenschluss von Radiologen und Nuklearmedizinern in einer Klinik sei deutschlandweit einmalig, sagt Ricke. "SIRT bringt auf jeden Fall deutliche Verbesserungen der Gesundheit mit sich", berichtet der Wissenschaftler.

Jedoch: In der Krebsbehandlung setze man nach wie vor auf ein Zusammenspiel unterschiedlichster Therapien. Als Ersttherapie wird SIRT noch nicht eingesetzt. Eine Heilung gelinge bislang kaum, aber die Gesundheit lasse sich stabilisieren und das Krebswachstum reduzieren.

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