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Mit Biofeedback werden Nackenschmerzen gelindert

Schulter-Nacken-Schmerzen und andere Beschwerden lassen sich langfristig mit Biofeedback lindern. Patienten trainieren bestimmte Muskelgruppen und können die Auswirkungen auf den Tonus am Bildschirm verfolgen.

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:
Per Oberflächen-Elektromyografie lassen sich Muskelspannungen messen und auf einem Bildschirm sichtbar machen.

Per Oberflächen-Elektromyografie lassen sich Muskelspannungen messen und auf einem Bildschirm sichtbar machen.

© Foto: sbra

Mit der Oberflächen-Elektromyografie (EMG) lassen sich Muskelspannungen messen und die Werte auf einem Bildschirm als Kurve sichtbar machen. Die Elektroden zur Ableitung werden auf der Haut platziert. "Das Prinzip ist ähnlich wie eine EKG-Ableitung vom Herzmuskel", sagt der Orthopäde Dr. Maximilian Meichsner aus Bad Tölz dazu.

Aktuelle muskuläre Dysbalancen und ein erhöhter Muskeltonus lassen sich so mit einem Oberflächen-EMG-Biofeedback lokalisieren und sichtbar machen. Unter optischer Kontrolle lernen die Patienten so, ihre Muskulatur gezielt einzusetzen: mit Entspannungsverfahren einen erhöhten Muskeltonus zu reduzieren oder aber auch geschwächte Muskeln gezielt zu aktivieren und zu kräftigen.

Der niedergelassene Facharzt setzt das Verfahren, das bei der MEDICA vorgestellt wird, zum Beispiel mit Erfolg bei Schulter-Nacken-Schmerzen ein. Solche Beschwerden treten sehr häufig durch Fehlhaltungen bei der Bildschirmarbeit auf. Durch gezieltes Training der Schultermuskulatur - etwa Entlastung des oberen Trapezius-Muskels durch aktiven Einsatz des unteren Trapezius - lassen sich die Beschwerden lindern. Hat ein Patient das Trainingsprinzip mit Unterstützung des EMG-Biofeedbacks am Bildschirm gelernt, kann er zu Hause die Übungen ohne Biofeedback fortführen.

"Mit dem Verfahren lernen die Patienten, ihre Probleme langfristig in den Griff zu bekommen", sagt Meichsner. Bei akuten Beschwerden sei das Verfahren weniger geeignet. Der Orthopäde greift auf Biofeedback zurück, wenn konventionelle Verfahren wie physikalische oder manuelle Therapie versagt haben.

Nach einer EMG-Eingangsuntersuchung reichen meist drei Biofeedback-Sitzungen von etwa 20 Minuten aus. Bei hartnäckigen Beschwerden können es aber zehn Sitzungen werden. Die Wirksamkeit der Methode ist in Studien belegt, sagt Meichsner. So sei bei Schulter-Nacken-Schmerzen im Vergleich zur Krankengymnastik mit Biofeedback die beschwerdearme Zeit verlängert worden.

SinfoMed, www.sinfomed.de

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