Mit Inkretin-Mimetikum gibt es kein Hypoglykämie-Risiko

WASHINGTON (ej). Exenatid, dessen Zulassung für Europa 2007 erwartet wird, ist ein Antidiabetikum ohne eigenes Hypoglykämie-Risiko. Der Wirkstoff senkt glukoseabhängig den Blutzucker und könnte bei Typ-2-Diabetes ein idealer Kombinationspartner zu einem Thiazolidindion wie Pioglitazon sein.

Veröffentlicht:

Darauf wies Professor Bernard Zinman vom Mount Sinai Hospital in Toronto hin. Wenn die Furcht vor Hypoglykämien eine bessere Blutzuckereinstellung verhindert, könnte das Inkretin-Mimetikum Exenatid, das in den USA bereits als Byetta® zugelassen ist, das Problem lösen: Das Inkretin-Mimetikum wirkt wie GLP-1 (Glucagon Like Peptide-1) glukoseabhängig insulinotrop. "Das Hypoglykämie-Risiko von Exenatid liegt trotz Senkung des HbA1c auf Placeboniveau", betonte Zinman bei einer Veranstaltung des Unternehmens Lilly beim US-amerikanischen Diabeteskongreß ADA.

Wie effizient Exenatid die Blutzuckereinstellung verbessert, belegten Daten einer randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Studie mit 233 Typ-2-Diabetikern. Die Studienteilnehmer waren im Mittel 56 Jahre, hatten einen BMI von 34 kg/m2 und einen HbA1c von 7,9 Prozent.

20 Prozent der Patienten erhielten zusätzlich zu Thiazolidindion und 80 Prozent zusätzlich zu Metformin plus Thiazolidindion zweimal täglich subkutan fünf Mikrogramm Exenatid in den ersten vier Wochen, danach zehn Mikrogramm oder ein Placebo. Dabei zeigte sich nach 16 Wochen, daß die Therapie mit Exenatid zu einer Senkung des HbA1c um 0,8 Prozent führte.

Bei den Patienten der Kontrollgruppe nahm der Wert aber um 0,1 Prozent zu. Darüber hinaus wiesen die Sieben-Punkt-Blutzuckertagesprofile auf eine signifikante Reduktion der mittleren Glukosewerte ohne Hypoglykämie-Risiko bei der Behandlung mit Exenatid hin .

"Hinzu kommt, daß die Exenatid-Patienten im Mittel 1,5 kg Körpergewicht verloren, die der Kontrollgruppe nur 0,2 kg" so Zinman. Dies bestätigt frühere Studiendaten, in denen mit dem Inkretin-Mimetikum in der Kombination mit Metformin oder Metformin plus Sulfonylharnstoff ebenfalls eine kontinuierliche Gewichtsreduktion mit besserer Blutzuckereinstellung erreicht wurden.

Wie man inzwischen weiß, beruht dieser Effekt darauf, daß Inkretin-Mimetika nicht nur insulinotrop wirken, sondern auch die Glukagonsekretion unterdrücken und die Magenentleerung verzögern sowie den Appetit hemmen können.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Seltene, aber schwere Nebenwirkung

NSAR und Metformin: eine gefährliche Kombination

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3, 17–19]

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine ältere Frau bekommt eine Impfung in den rechten Oberarm.

© David Pereiras / Stock.adobe.com

RCTs und Real-World-Evidenz

Wie gut die RSV-Impfung bei Erwachsenen wirkt – und ankommt