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Chinesische Studie

Mit Karotten Prostatakrebs vorbeugen?

Männer, die gerne und reichlich Karotten essen, erkranken möglicherweise seltener an Prostatakrebs. Zumindest legt eine Metaanalyse aus China einen solchen Zusammenhang nahe.

Veröffentlicht:
Geheimwaffe Karotte? In der Rübe scheint noch mehr zu stecken als Vitamin A und K.

Geheimwaffe Karotte? In der Rübe scheint noch mehr zu stecken als Vitamin A und K.

© Natika/fotolia.com

HANGZHOU. Prostatakrebs ist der zweithäufigste Tumor bei Männern weltweit, wobei in den USA und Europa mehr Männer betroffen sind als in Asien.

Zwar gelten das Alter, die ethnische Abstammung sowie die Familiengeschichte als Risikofaktoren, doch allein damit lassen sich die regionalen Unterschiede nicht befriedigend erklären.

Der Urologe Xin Xu von der Zhejiang Universität in Hangzhou, China, und seine Kollegen suchten daher nach weiteren Faktoren und fokussierten auf die Ernährung, speziell auf Karotten.

Hatten doch einige ältere Studien einen gewissen protektiven Effekt der gelben Rüben erkennen lassen. Die Studienlage ist jedoch keineswegs einheitlich, weshalb die Urologen nun eine Metaanalyse durchführten.

Das Ergebnis: Die Menge des verzehrten Wurzelgemüses scheint invers mit dem Prostatakarzinom-Risiko in Zusammenhang zu stehen. Wer viel Karotten aß, erkrankte offenbar seltener (OR 0,82). Die Auswertung legte zudem eine Dosis-Wirkungsbeziehung nahe.

Das Risiko sank mit jeder zusätzlichen Karottenportion pro Woche (OR 0,95) oder mit jeden 10 g Karotten mehr pro Tag (OR 0,96) (Eur J Nutr 2014, online 12. Februar).

Metaanalyse mit Schwächen

Xin Xu und Kollegen werten diese Ergebnisse allerdings mit Vorsicht: Abgesehen davon, dass die Designs der ausgewerteten Studien, alle zwischen 1992 und 2008 publiziert, keine kausalen Schlussfolgerungen zulassen, weist die Metaanalyse einige Schwächen auf.

Nicht nur die Zahl der berücksichtigten Studien war mit zehn (zwei Kohorten-Studien und acht Fall-Kontroll-Studien) gering, auch die signifikante Heterogenität (p = 0,045) schränkt die Aussagekraft ein.

Die Autoren machen für die ausgeprägte Heterogenität speziell zwei Studien verantwortlich. Nach deren Ausschluss fiel der Zusammenhang zwischen verzehrter Karottenmenge und Prostatakrebsrisiko schwächer aus (OR 0,91; 95% CI 0,83-1,00).

Trotz allem glauben Xin Xu und Kollegen, dass ein Zusammenhang zwischen Karottenkonsum und Prostatakrebsrisiko bestehen könnte, der in gut konzipierten Kohorten- oder Interventionsstudien überprüft werden müsse.

Die Urologen fordern zudem, nach den zugrunde liegenden Mechanismen zu fahnden bzw. zu klären, welche Inhaltsstoffe der gelben Rüben für den präventiven Effekt verantwortlich sein könnten. (dk)

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