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Mit Krebs-Präparat weniger Schübe bei MS

BERLIN (mut). Eine Therapie mit dem Krebs-Präparat Alemtuzumab kann bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) die Zahl der Schübe reduzieren. Verglichen mit einer Interferon-Therapie könnten nach bisherigen Daten bis zu 80 Prozent weniger MS-Schübe auftreten.

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Diese Zahlen gehen aus der Zwischenauswertung einer dreijährigen Phase-II-Studie mit über 330 MS-Patienten hervor, die entweder mit Interferon (IF) beta-1a oder mit Alemtuzumab (MabCampath®) behandelt werden. Daten zu den ersten beiden Therapiejahren der Studie hat Professor Hans-Peter Hartung vom Uniklinikum Düsseldorf beim Neurologen-Kongress in Berlin vorgestellt.

In der Studie mit der Bezeichnung CAMMS 223× wurden die Patienten in drei gleich große Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhält eine konventionelle Therapie mit Interferon beta-1a (44 µg s.c. dreimal pro Woche), eine zweite Gruppe eine Therapie mit niedrig dosiertem Alemtuzumab (12 mg i.v. dreimal pro Woche), eine dritte Gruppe eine Therapie mit dem Antikörper in hoher Dosierung (24 mg i.v. dreimal pro Woche).

Krebsmittel wurde in Phase II mit Interferon verglichen.

Erfasst wird die Zahl der Schübe im Studienzeitraum. Die Ergebnisse: In der Gruppe mit dem Interferon gab es insgesamt etwa 65 MS-Schübe, in der Gruppe mit niedrig dosiertem Antikörper etwa 18, und bei Patienten mit hoch dosiertem Antikörper nur 8 Schübe, so Hartung bei einer Veranstaltung von Bayer HealthCare. Dies entspricht einer um 87 Prozent (hohe Dosierung) und 72 Prozent (niedrige Dosierung) verringerten Schubzahl verglichen mit der Interferon-Therapie.

Als unerwünschte Wirkung kam bei etwa 30 Prozent der Patienten mit Antikörpertherapie eine Schilddrüsen-Unterfunktion vor, die aber nur bei einem kleinen Teil klinisch bedeutsam war, so Hartung. Zudem ließen sich die Patienten gegen die Unterfunktion gut behandeln. Bei einem Patienten kam es zu einer schweren idiopathischen thrombozytopenischen Purpura. Auch hiergegen könne man gut therapieren, sagte Hartung.

Alemtuzumab ist zugelassen zur Therapie bei chronischer lymphatischer Leukämie (CLL). Der humanisierte Antikörper richtet sich gegen CD52-Proteine, die vor allem auf T-Zellen vorkommen und induziert eine T-Zell-Verarmung im Blut. So lassen sich Entzündungsprozesse dämpfen, wie sie bei MS von Bedeutung sind. In zwei Phase-III-Studien soll nun die Effektivität des Antikörpers genauer untersucht werden.

×CAMMS: Campath-1H in Multiple Sclerosis

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