Mit "Sauberen Händen" zu mehr Sicherheit

BERLIN (hom). Diese Zahlen lassen aufhorchen: Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) ziehen sich jährlich etwa 800 000 Menschen eine nosokomiale Infektion zu. 64 000 Menschen erkranken an einer Blutvergiftung, 25 600 von ihnen sterben daran.

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Berührungsfreies Wandmodell zur Händedesinfektion.

Berührungsfreies Wandmodell zur Händedesinfektion.

© Foto: Bavirex

Ein Grund für die hohe Zahl von Krankenhausinfektionen wird in mangelnder Händedesinfektion gesehen. Um die Compliance von Ärzten und Pflegekräften zu erhöhen, wurde im Januar 2008 die bundesweite Kampagne "Aktion Saubere Hände" gestartet. Bislang machen 425 Krankenhäuser mit - darunter mehrere Uniklinika wie die Charité Berlin oder große Klinikketten wie Helios. "Das Problem ist vielschichtig", sagte Dr. Christiane Reichardt vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin an der Charité und Mitglied im Fachbeirat der Aktion.

Manche Klinikmitarbeiter wüssten zu wenig über den Zusammenhang zwischen sauberen Händen und im Krankenhaus erworbenen Infektionen. "Eine stärkere Gewichtung der Händedesinfektion in der Aus- und Weiterbildung ist ein zentrales Anliegen der Kampagne", so Reichardt bei einem Qualitäts-Kongress in Berlin.

Bei anderen Mitarbeitern wiederum sei es wie mit dem Rauchen. "Man weiß um die Risiken, verhält sich aber nicht so." Problematisch sei auch, dass Flüssigkeitsspender zur Händedesinfektion häufig zu weit weg vom Ort des Geschehens angebracht seien. Händedesinfektion müsse direkt am Krankenbett stattfinden, die Spender dürften daher nicht im Eingangsbereich des Patientenzimmers angebracht sein, empfiehlt Reichhardt. "Das verleitet nur dazu, die Hände nicht zu reinigen, weil die Wege zu lang sind."

Damit Ärzte und Pflegende verantwortungsvoller mit dem Thema Händedesinfektion umgehen, werden derzeit Poster und Comics in den Kliniken platziert und die Compliance bei der Händedesinfektion gemessen. "Unser Ziel ist es, die Zahl der Kliniken, die bei der Kampagne mitmachen, auf mindestens 800 zu steigern", sagt Reichardt. Geplant ist, die Aktion auf den niedergelassenen Bereich auszudehnen. Erste Gespräche mit einzelnen Landes-KVen laufen.

www.aktion-sauberehaende.de

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