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"Skorbut" der Haut

Mit Vitamin-C-Creme gegen die senile Purpura

Durch regelmäßiges Auftragen einer Vitamin-C-haltige Creme lassen sich offenbar bestimmte Alterserscheinungen der Haut an sonnenexponierten Stellen bessern. Französischen Forschern zufolge entspricht der Effekt dem einer lokalen Skorbut-Therapie.

Von Dr. Elke Oberhofer Veröffentlicht:

BESANçON. Die 18 Senioren, die an der randomisierten kontrollierten Studie im Universitätsklinikum Besançon teilnahmen, zeigten ausgeprägte Symptome der sogenannten Purpura senilis, auch als Bateman's Purpura bekannt. Insbesondere an Händen, Unterarmen und Unterschenkeln, also Stellen, die viel Sonne abbekommen, fanden sich petechiale oder konfluierende Ekchymosen, sternförmige Narben sowie insgesamt eine dünne, brüchig erscheinende Haut. Charakteristisch war vor allem die dunkelviolette Farbe der Flecke, die dem benignen Krankheitsbild seinen Namen geben.

An den im Mittel 88 Jahre alten Patienten testeten die Forscher um Philippe Humbert ein neuartiges Therapiekonzept: Dieses beruht auf der Annahme, dass es sich bei der Bateman-Purpura um eine lokale Form der Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut handelt. Wenn dies zuträfe, so die Hypothese, müssten sich die Hautveränderungen bei Anwendung einer topischen Vitamin-C-Therapie bessern.

Das Testpräparat war eine Creme mit einem Vitamin-C-Gehalt von 5%. Da es sich um ein instabiles Vitamin handelt, war die Ascorbinsäure zum Schutz vor Sonnenlicht und Sauerstoff in Glycerol emulgiert und mit einer Silikonbasis verarbeitet. Zum Vergleich diente eine identisch aussehende neutrale Creme ohne Vitamin C. Die Applikation erfolgte verblindet durch die Patienten selbst, und zwar so, dass jeweils ein Präparat an einer Körperseite aufgetragen wurde. Somit diente jeder Patient als seine eigene Kontrolle.

Die Teilnehmer sollten die betroffenen Stellen an Unterarm und Unterschenkel zweimal täglich eincremen und die Produkte gut einmassieren. Die Anwendungszeit für jedes Präparat betrug zwölf Wochen. In dieser Zeit durften keine anderen Pflegeprodukte verwendet werden.

Am Studienende hatten 88% der Patienten an den mit Vitamin C behandelten Stellen deutlich von der Behandlung profitiert, d. h. die Flecken auf der jeweiligen Seite waren in den zwölf Wochen zurückgegangen und die Haut war kontinuierlich dicker und elastischer geworden. Den Effekt im Zeitverlauf konnte man nicht nur auf standardisierten Fotos sehen, sondern auch mithilfe spezieller apparativer Technik belegen. So wurde die Hauttönung mit einem Chromameter gemessen, die Hautelastizität mit einem Cutometer und die Dicke mit einem Calliper.

Zum Vergleich: Die mit der neutralen Creme behandelten Stellen hatten sich in acht Fällen (47%) gebessert. Die Erfolge in dieser Testreihe erklären die Autoren mit dem Effekt der Hautmassage beim Eincremen.

Insgesamt, so Humbert und sein Team, habe sich die Hypothese bestätigt, dass sich die Bateman-Purpura mit einer Vitamin-C-haltigen Creme erfolgreich behandeln lässt. Dies sei insofern plausibel, als Vitamin C im Stoffwechsel der Haut eine wichtige Rolle spiele. So sei es an der Kollagensynthese und an Wundheilungsprozessen beteiligt, wirke als Radikalfänger und schütze vor schädigenden Lichteffekten.

Mit zunehmender Hautalterung, so die Forscher, nehme der Vitamin-C-Gehalt in Dermis und Epidermis ab. UV-Licht trage zu diesem Prozess bei, ebenso wie Zigarettenrauch und Ozon. Für Humbert et al. liegt es daher nahe, die senile Purpura quasi als Manifestation eines lokalisierten Skorbuts zu interpretieren, den man, analog zum systemischen Skorbut, mit Vitamin C behandeln könne.

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