Studie

Mobbing verhindert langfristiges Abnehmen

Eine Studie zeigt, dass mit Emotionen verbundenes Essen bei AdipositasPatienten den Ursprung in der Kindheit haben kann.

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LEIPZIG. Wer als Kind oder Jugendlicher wegen seines Übergewichts gehänselt wurde, kann noch als Erwachsener schlechter langfristig abnehmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) "AdipositasErkrankungen" der Universität und des Universitätsklinikums Leipzig, die im Fachmagazin "Appetite" veröffentlicht wurde.

Für die Studie wurden rund 380 Männer und Frauen untersucht, die wenigstens zehn Prozent ihres maximalen Körpergewichts verloren hatten. Sie konnten das reduzierte Gewicht über mindestens ein Jahr halten und nahmen nach zwei Jahren im Schnitt wieder 2,8 Kilogramm zu.

Von den Teilnehmern der Studie gaben 14 Prozent an, dass sie in früheren Jahren wegen ihres Aussehens gemobbt wurden und unter dieser Stigmatisierung litten.

Die Forscher stellten nun fest, dass diese Menschen ihr niedrigeres Gewicht weniger lange halten konnten als andere Teilnehmer. Grund dafür ist, dass die belasteten Personen stärker zu "emotionalem Essen" neigen - also bei Traurigkeit, Stress oder Ärger vermehrt zu Nahrung greifen, um sich besser zu fühlen. Den Wissenschaftlern zufolge droht in dieser Konstellation schnell ein Teufelskreis aus "Frustessen" und weiterer Gewichtszunahme. Außerdem steige das Risiko für Depressionen und Essstörungen.

Eine nachhaltige AdipositasTherapie müsse den Effekt der Stigmatisierung beachten, erklärten die Forscher. Betroffene müssten einen Umgang mit den früheren Hänseleien finden und an ihrem Stressmanagement arbeiten. Außerdem sollte die Gesellschaft sensibilisiert werden. (lup)

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