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Moderne Antihistaminika bremsen hartnäckige Allergie

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MANNHEIM (nke). Allergie-Patienten, die mit einem frei verkäuflichen Antihistaminikum nicht ausreichend versorgt sind, profitieren häufig von einem Wechsel auf ein rezeptpflichtiges Antihistaminikum der 3. Generation. Die bereits in klinischen Studien dokumentierten Vorteile dieser Präparate wurden jetzt auch unter Praxisbedingungen bestätigt. Die Umstellung lohnt sich offenbar besonders, wenn eine starke nasale Obstruktion vorliegt.

Patienten mit starken Beschwerden aufgrund einer Pollenallergie können von einem Wechsel auf ein Antihistaminikum der 3. Generation profitieren.

Patienten mit starken Beschwerden aufgrund einer Pollenallergie können von einem Wechsel auf ein Antihistaminikum der 3. Generation profitieren.

© Foto: imago

Das hat eine Praxisstudie ergeben, an der die Patienten von Allergologen und allergologisch tätigen Fachärzten teilnahmen. Es wurden die Therapieverläufe von Patienten dokumentiert, bei denen ein rezeptfreies und als Generikum verfügbares Antihistaminikum der 2. Generation nicht ausreichend wirkte. Sie bekamen darauf ein verschreibungspflichtiges Antihistaminikum der 3. Generation wie Desloratadin oder Levocetirizin (Allergologie 2, 2008, 41).

Ausgewertet wurden die Daten von 1243 Patienten mit überwiegend intermittierender oder persistierender allergischer Rhinitis. Voraussetzung für die Teilnahme war, dass die Patienten das Generikum und das Nachfolgepräparat über mindestens eine Woche eingenommen hatten.

Umstellung nutzt besonders bei starker nasaler Obstruktion

Besonders Patienten mit starker bis sehr starker nasaler Obstruktion profitierten von der Umstellung. Zu dieser Gruppe gehörten 80 bis 90 Prozent der Patienten. Beurteilt wurde der Schweregrad nach einer vierstufigen Skala, die von "keine" bis "sehr starke" Beschwerden reicht. Bei 64 Prozent der Patienten mit intermittierender und bei 53 Prozent mit persistierender Rhinokonjunktivitis verringerte sich der Schweregrad nach der Umstellung auf ein Antihistaminikum der 3. Generation.

Das berichten Professor Ludger Klimek vom Zentrum für Rhinologie und Allergologie in Wiesbaden und sein Team. Von den 198 Patienten mit chronischer Urtikaria verringerten sich die Symptome vor allem bei den Patienten mit starkem bis sehr starkem Juckreiz.

Die neueren Präparate wurden von 96 Prozent der Anwender als gut oder sehr gut verträglich bewertet. Die Generika erhielten dieses Urteil von 84 Prozent der Patienten. Unerwünschte Ereignisse waren unter Antihistaminika der 3. Generation mit 1,7 Prozent seltener als mit den Generika (5,4 Prozent).

Auffallend war, dass 54 Prozent der unerwünschten Wirkungen nach Einnahme generischer Antihistaminika bei Patienten auftraten, die das Medikament zu hoch dosiert hatten. Acht Prozent wählten eine Dosis, die im Durchschnitt mehr als doppelt so hoch war wie die empfohlene Tagesdosis. Als Grund für die hohe Dosierung wurde oft eine unzureichende Wirksamkeit angegeben.

Aufklärung der Patienten bei Generika oft unzureichend

Neben der besseren Wirksamkeit und Verträglichkeit der modernen Antihistaminika ist offenbar auch die Verschreibungspflicht ein Vorteil. Denn: Mehr als 60 Prozent der Patienten beklagten bei Anwendung der Generika eine unzureichende Aufklärung über das Arzneimittel, jedoch nur 23 Prozent, die das Mittel mit ärztlicher Verschreibung erhielten.

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