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Muß die Krebstherapie neu organisiert werden?

BERLIN (HL). Die sektorale Budgetierung im deutschen Gesundheitswesen ist ein wachsendes Problem bei der Behandlung Krebskranker. Gleiches gilt für die unterschiedlichen Vergütungssysteme in Klinik und Praxis und die unterschiedlichen Bedingungen für die Arzneimittelversorgung im Krankenhaus und aus öffentlichen Apotheken. Organisation und Finanzierung der Krebsbehandlung entsprechen nicht mehr den medizinischen Möglichkeiten und Notwendigkeiten - Reformen sind dringend nötig.

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Dies ist das Fazit einer Diskussionsrunde der vom Arzneimittelhersteller Hoffman LaRoche in Berlin veranstalteten Konferenz "Versorgungsqualität in der Medizin".

90 Prozent der konservativen Onkologie kann heute ambulant gemacht werden - und das entspricht auch dem Wunsch der Krebspatienten, die von einem Arzt persönlich während des gesamten Krankheitsverlaufs betreut werden wollen, so Dr. Stefan Schmitz, Vorsitzender des Bundesverbandes der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen.

Das Problem ist jedoch, daß Krebsbehandlung interdisziplinär ist und daß die Patienten während des Krankheitsverlaufs verschiedene Stationen - beim niedergelassenen Onkologen, in der Klinik, in der Rehabilitation, schließlich wieder beim niedergelassenen Arzt - durchlaufen.

Schmitz plädiert deshalb für ein Drei-Säulen-Modell zur Organisation der Versorgung: Ambulante Krebszentren niedergelassener Ärzte, beispielsweise auch in Medizinischen Versorgungszentren, Krebszentren an Krankenhäusern und schließlich Forschungszentren mit einem engen Bezug zur Praxis.

Bislang nicht gelungen sei der Aufbau einer Integrationsversorgung für Krebskranke, so Schmitz. Notwendig sei es, die sektoralen Budgets aufzuheben und eine einheitliche Vergütung für ambulante und stationäre ärztliche Leistungen zu schaffen.

Vor allem die unterschiedlichen Bedingungen der Arzneimittelversorgung - sie ist ambulant wesentlich teurer als in Krankenhäusern - sind im Moment ein wichtiger Hinderungsgrund dafür, daß die Krankenkassen nicht bereit sind, ambulant tätige Onkologen in Verträge zur Integrationsversorgung aufzunehmen.

Noch weiter ging Rüdiger Strehl, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika, mit seinen Forderungen. Statt der völlig segmentierten Vergütung, die heute üblich ist, favorisiert er eine Art "Programmbudget" für die gesamte Therapie, mit dem der Aufwand in einer ganzen Behandlungskette (ambulant, stationär, Reha) abgedeckt werden könnte.

Vor allem die Hochleistungsmedizin, so Strehls Sorge, leidet immer stärker unter dem System von Budgetierung und Fallpauschalen. Dieses Einheitspreissystem für alle Krankenhäuser und für fast alle medizinischen Leistungen berücksichtige nicht den Aufwand für hochkomplexe Aufgaben in der Krebsbehandlung. Außerdem sei das Fallpauschalensystem innovationsfeindlich.

Diese Pauschalen basierten auf Diagnosen und den sich daran anschließenden herkömmlichen Prozeduren. Innovation bedeute aber meist eine neue Prozedur. Bis diese vom Gemeinsamen Bundesausschuß anerkannt und von Kassen, KBV und dem Gebühreninstitut für die Krankenhäuser (Inek) als EBM-Ziffer oder Fallpauschale konsentiert seien, vergingen vier Jahre. Notwendig sei deshalb ein eigenständiges Entgelt für Innovationen.

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