Nach Prostatektomie erhält Arznei die Potenz

WIESBADEN (mar). Nach radikaler Prostatektomie haben Männer oft eine erektile Dysfunktion. Das muß aber nicht sein. Wichtig für die Betroffenen ist eine "frühe sexuelle Rehabilitation", die durch Einnahme eines PDE-5-Hemmers gefördert wird, wie Professor Christian Georg Stief aus München beim Urologen-Kongreß in Wiesbaden gesagt hat.

Veröffentlicht:

Ursache für die beeinträchtigte Erektionsfähigkeit nach radikaler Prostatektomie ist die Op-bedingte Schädigung der autonomen Innervation. Mehrere Studien haben jedoch ergeben, daß durch eine bilaterale nervenschonende radikale Prostatektomie die Erektionsfähigkeit bei vielen Patienten erhalten werden kann, so Stief bei einem Symposium der Unternehmen GlaxoSmithKline und Bayer Vital. So erreichten 60 Prozent der unter 58jährigen und 40 Prozent der 58- bis 69jährigen innerhalb von zwölf Monaten nach der Op wieder eine ausreichende Rigidität für einen erfolgreichen Geschlechtsverkehr.

Wichtig für den langfristigen Erhalt des Sexuallebens der Patienten sei eine medikamentöse Prophylaxe, die möglichst frühzeitig begonnen werden sollte. Geeignet sei hier zum Beispiel die Therapie mit einem PDE-5Hemmer. Bereits zwei Tage nachdem der Dauerkatheter entfernt worden ist, könne damit angefangen werden, so die Erfahrung des Urologen.

Ein früher Therapiebeginn sei insofern wichtig, als durch eine beeinträchtigte oder fehlende Innervation der glatten kavernösen Muskulatur die Apoptose der Muskelzellen gefördert wird. Die Apoptose werde zudem dadurch verstärkt, daß die Patienten auch weniger nächtliche Spontanerektionen haben.

Der Gebrauch von Vakuumpumpen nutze zur Verbesserung der Erektionsfähigkeit überhaupt nichts. Leider werde diese Methode in vielen Rehakliniken aber häufig noch praktiziert, kritisierte Stief.

Geeignet zur sexuellen Rehabilitation sei dagegen die Therapie mit 10 mg Vardenafil (Levitra®) an drei Abenden in der Woche vor dem Zubettgehen. Bei 60 bis 70 Prozent der Patienten komme es so wieder zu verbesserten Spontanerektionen. Ein Kollege aus dem Auditorium berichtete, daß er bei seinen Patienten gute Erfahrungen mit der täglichen Einnahme von 5 mg Vardenafil gemacht habe. Die Compliance bei täglicher Anwendung sei besser, weil die Patienten nicht auf den Einnahmetag achten müßten.

Nach drei Monaten, etwa bei der ersten PSA-Kontrolle, sollten Patienten nach ihrer Erektionsfähigkeit befragt werden. Bei weiter bestehender erektiler Dysfunktion sei Vardenafil eine gute Option, so der Urologe.

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Autopsiestudie

So häufig wird der Krebs erst nach dem Tod erkannt

Lesetipps
Schulterschmerzen? Im höheren Alter ist die Polymyalgia rheumatica nach der Rheumatoiden Arthritis die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© peopleimages.com / stock.adobe.com

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche