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Nach Sehnenriss störte nur der Kraftverlust

Ein Knallerlebnis in der Ellenbeuge, eine Schwellung am Oberarm und deutlich reduzierte Armkraft - da muss eine Sehne gerissen sein. Ein 53-jähriger Mann stellte sich in der Klinik für Orthopädische Chirurgie in Neumarkt in der Oberpfalz mit einer bereits alten Anamnese vor.

Dr. Thomas MeißnerVon Dr. Thomas Meißner Veröffentlicht:
Der proximale Muskelbauch ist typisches Zeichen für die distale Bizepssehnenruptur.

Der proximale Muskelbauch ist typisches Zeichen für die distale Bizepssehnenruptur.

© PD Dr. Schuh / Dr. Hönle, Klinikum Neumark

NEUMARKT I. D. OPF. Vor einem Jahr, so der 53-jährige, habe er beim Heben eines schweren Gegenstandes einen Riss in der rechten Ellenbeuge verspürt. Die anfangs bestehenden Schmerzen ließen bald nach. Als störend beschrieb der Patient den deutlichen Kraftverlust. Die Drehung des Unterarms in Supination sei eingeschränkt.

Meist kommt es zu einem ausgeprägten Hämatom

Gut erkennbar war bei der klinischen Untersuchung der proximalisierte Muskelbauch des Musculus biceps brachii rechts, wie Privatdozent Alexander Schuh und Dr. Wolfgang Hönle vom Klinikum Neumarkt jetzt berichten (MMW 2010, 23: 5). Der Ellenbogen war frei beweglich, die distale Bizepssehne nicht tastbar.

Der distale Riss komme nur in etwa drei Prozent aller Bizepssehnenrupturen vor, so Schuh und Hönle. Betroffen seien fast nur muskelkräftige Männer in mittleren Jahren, die handwerkliche Berufe ausüben oder kraftbetonten Sportarten wie Ringen, Gewichtheben oder Boxen nachgehen. "In den meisten Fällen reißt die Sehne direkt an der Insertionsstelle im Bereich der Tuberositas radii", so die Orthopäden.

Typisch außer dem Erleben des Risses und den Schmerzen in der Ellenbeuge ist ein meist deutliches Hämatom. Der proximalisierte Muskelbauch ist dagegen anfangs nicht immer gleich gut zu erkennen, bei angespanntem Muskel im Seitenvergleich aber sichtbar. Die grobe Kraftprüfung im Seitenvergleich macht die Schwäche bei Flexion und vor allem bei Supination sichtbar. Um einen knöchernen Ausriss auszuschließen, sollte zumindest eine Röntgenaufnahme des Ellenbogengelenks erfolgen. Sonografisch lässt sich die Ruptur nur schlecht nachweisen. Um eine Teilruptur zu erkennen oder um den Grad der Sehnenretraktion zu bestimmen, ist eine Magnetresonanztomografie hilfreich.

Wegen des schwer wiegenden Funktionsausfalls mit ausgeprägtem Kraftverlust ist die möglichst zügige Reinsertion der Sehne am Radius empfehlenswert. Postoperativ wird der Arm für sechs Wochen in der Armschlinge ruhig gestellt und passiv geübt. Die funktionellen Ergebnisse sind im Allgemeinen gut. Obwohl bereits ein Jahr her, empfahlen Schuh und Hönle auch diesem Patienten die Op. Der Patient konnte sich dazu bislang aber noch nicht durchringen.

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