Referenzwerte erhoben

Nervenschmerz am Rücken genau messen

Die Quantitativ Sensorische Testung optimiert die Diagnostik bei Patienten mit Rückenschmerz.

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MÜNCHEN. Brennen, Kribbeln, Stechen? Mit der Quantitativ Sensorischen Testung (QST) lässt sich die Funktion von Nervenfasern genau analysieren. Was gesund und was krank ist, kann der Deutsche Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (DFNS) mit Hilfe alters- und geschlechtsbezogener Normdaten abgrenzen, teilt der DFNS mit (Pain 2014; online 12. Februar).

Das Forschungsnetzwerk konnte jetzt im Bereich des Rückens QST-Referenzwerte erheben - und typische Sensibilitätsveränderungen bei Patienten mit Nervenschmerzen nach Gürtelrose beschreiben.

"Bislang hatten wir alters- und geschlechtsbezogene QST-Normwerte für Gesichts-, Hand- und Fußareale. Diese konnten wir nun mit über 160 gesunden Probanden um den Rücken erweitern. Damit lässt sich jetzt auch bei Schmerzen, Überempfindlichkeiten und Missempfindungen im Bereich des Rückens schnell einordnen, ob und welche Werte innerhalb der Norm liegen", wird Dr. Doreen Pfau, Universität Heidelberg, die die Netzwerkstudie federführend mit Dr. Elena Krumova, Ruhr Universität Bochum, durchgeführt hat, in der Mitteilung zitiert.

Typische Sensibilitätsprofile bei postherpetischer Neuralgie

Im zweiten Teil der Studie dienten die neuen Normwerte zur Bewertung der QST-Daten von über 70 Patienten, die eine veränderte Schmerzempfindlichkeit der Haut nach Gürtelrose aufwiesen. Die postherpetische Neuralgie befällt meist den Rücken.

Krumova erläutert: "Interessanterweise konnten wir bei Patienten mit postherpetischer Neuralgie im Bereich des Rückens bestimmte Muster an Sensibilitätsveränderungen beobachten, die sich von anderen Nervenschmerzerkrankungen unterscheiden.

Dabei war fast die Hälfte der Patienten überempfindlich auf leichte Berührungen." Die beiden typischen Sensibilitätsprofile fanden sich bei etwa 50 Prozent der Patienten: Eine Kombination aus verminderter Wahrnehmung von Kälte, Wärme, Berührungen mit Nylonfilamenten und Vibration mit oder ohne einer Überempfindlichkeit auf Druck, spitze Reize und leichte Berührungen, die beim Gesunden keinen Schmerz auslösen.

Die QST nach DFNS-Standard prüft mit sieben Tests die Wahrnehmung und das Schmerzempfinden für Kälte, Wärme, feine und spitze Berührungen sowie Vibration und Druck und dauert pro Testareal 30 Minuten.

Optimierte Diagnostik - zielgerichtete Therapie

Professor Christoph Maier, Ruhr Universität Bochum, zu den Ergebnissen: "Die neuen QST-Normwerte ermöglichen uns, Sensibilitätsveränderungen bei verschiedensten Schmerzerkrankungen des Rückens detailliert zu analysieren. Und das erlaubt Rückschlüsse auf die Nervenschädigung, also ob feine oder dickere Nervenfasern oder das zentrale oder periphere Nervensystem betroffen sind. Letztlich helfen uns solche Informationen, eine möglichst zielgerichtete mechanismenbasierte Therapie für den individuellen Patienten zu finden." (eb)

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