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Neues Verfahren

Netzhautschädigungen früh auf der Spur

Forscher der TU Ilmenau können den kapillaren Blutgefäßen im Auge bei ihrer Arbeit zusehen.

Veröffentlicht:

ILMENAU. Ein Verfahren, mit dem die Veränderungen kleinster Gefäße im Auge sichtbar gemacht werden, hat die Technische Universität (TU) Ilmenau gemeinsam mit dem Medizintechnikhersteller Imedos Systems aus Jena entwickelt.

Mit der neuen Methode könne künftig das Risiko für eine Netzhautschädigung schon vor einer Erkrankung abgeschätzt werden, teilt die TU Ilmenau mit. So könnten effektive Therapien gegen Krankheiten wie Glaukom frühzeitig eingeleitet werden.

Die neue Methode basiert auf der künstlichen Erhöhung des Augeninnendrucks und ist für die Patienten Angaben der TU zufolge völlig schmerzfrei. Um den Augeninnendruck zu erhöhen, wird ein kleiner Ballon, der an einem Brillengestell in Höhe des Lidwinkels befestigt ist, aufgeblasen.

Die so hervorgerufenen Reaktionen der Kapillaren können im Bereich des Sehnervenkopfs aufgezeichnet und ausgewertet werden. Aus den Änderungen der Gefäßreaktionen kann dann die Fähigkeit der Autoregulation bewertet werden.

Die Wissenschaftler des Instituts für Biomedizinische Technik der TU Ilmenau und der Imedos Systems GmbH haben damit nach eigenen Angaben erstmals die Autoregulation der Mikrozirkulation sichtbar gemacht und so eine Untersuchung der Kapillaren ermöglicht.

„Wir haben die wissenschaftlich-technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, den kapillaren Blutgefäßen bei ihrer Arbeit zuzusehen“, wird Professor Sascha Klee, wissenschaftlicher Leiter des Projekts an der TU Ilmenau, in der Mitteilung zitiert.

Schon seit Längerem können die Kapillaren der Netzhaut mit bildgebenden Verfahren betrachtet werden. Herkömmliche Methoden haben aber den Nachteil, dass damit nur bereits vorhandene Schäden erkannt werden, erinnert die TU Ilmenau.

Mit der neuen Untersuchungsmethode sollen künftig Schädigungen der Netzhaut durch Gefäßerkrankungen im Vorhinein erkannt werden, um sie dann verhindern zu können. (eb)

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