Kommentar zur PSA-Studie

Neue Daten, altes Problem

Von Robert Bublak Veröffentlicht: 08.08.2014, 12:48 Uhr

Die 13-Jahres-Ergebnisse der ERSPC-Studie liegen vor. Man weiß nun, was man auch nach elf Jahren schon erkannt hat: Das PSA-Screening senkt die Prostatakrebs-Sterblichkeit um rund ein Fünftel.

Das ERSPC-Ergebnis unterscheidet sich damit von den 13-Jahres-Resultaten der PLCO-Studie. Dort war kein Einfluss des PSA-Screenings auf die Krebsmortalität festzustellen gewesen.

In der Kontrollgruppe der PLCO-Studie hatte sich freilich jeder zweite Mann ebenfalls einem PSA-Test unterzogen. Die Differenz zwischen ERSPC und PLCO kann das aber nur bedingt erklären. Denn die Kontamination der Kontrollen betrug auch in der ERSPC-Studie 25 bis 40 Prozent.

Wie die neuen ERSPC-Daten zeigen, erhöht sich der Screening-Nutzen offenbar mit der Zeit. Die Zahl der Männer, die zum PSA-Test einzuladen sind, damit ein Krebstodesfall verhindert wird, sinkt von 1410 nach neun auf 781 nach 13 Jahren. Ein allgemeines Screening ist dennoch nicht zu befürworten, denn das alte Problem bleibt ungelöst: die Rate von Überdiagnosen, die etwa 40 Prozent beträgt.

So besteht der Nutzen der ERSPC-Ergebnisse vor allem in einem: Männer, die eine Entscheidung für oder gegen den PSA-Test treffen wollen, können dies nun auf breiterer Informationsbasis tun.

Lesen Sie dazu auch: Prostatakrebs: PSA-Test ermöglicht längeres Überleben

Mehr zum Thema

„ÄrzteTag“-Podcast

Prostatakrebs – der Streit ums PSA-Screening

Das könnte Sie auch interessieren
Thromboseprophylaxe und COVID-19

„ÄrzteTage extra“-Podcast

Thromboseprophylaxe und COVID-19

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Leo Pharma GmbH, Neu-Isenburg
Aktuelle GTH-Empfehlung zur Thromboseprophylaxe bei COVID-19

CAT-Algorithmus

Aktuelle GTH-Empfehlung zur Thromboseprophylaxe bei COVID-19

Anzeige
Kommentare
Dr. Wolfgang P. Bayerl

Na klar ist ein allgemeines screening zu empfehlen! Was denn sonst?

Es ist immerhin bei Männern der häufigste bösartige Tumor und hat schon 1998 in Deutschland den Lungenkrebs als häufigsten bösartigen Tumor bei Männern abgelöst, wobei wir immer noch kein wirklich flächendeckendes Krebsregister haben (Ländersache).
Keiner wird nur wegen eines PSA-Wertes operiert.


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Raucher: „Entwöhnung kommt oft viel zu spät“

Exklusiv Nikotinsucht

Raucher: „Entwöhnung kommt oft viel zu spät“

Trump: USA steigen aus der WHO aus

Mitten in der Corona-Krise

Trump: USA steigen aus der WHO aus

COVID-19 und Krebs: völlig neue Fragestellungen

Virtueller ASCO

COVID-19 und Krebs: völlig neue Fragestellungen

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden