Neue Substanzen gegen MS wirken gegen B-Zellen

BERLIN (gvg). Medikamente, die mit den B-Zellen des Immunsystems interagieren, könnten demnächst die Basistherapie bei MS erweitern. Zwei Studien zu diesen Substanzen wurden auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Berlin vorgestellt.

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Der etwa aus der Onkologie bekannte Antikörper Rituximab von Roche Pharma wurde kürzlich bei schubförmiger Multipler Sklerose (MS) in einer Phase-II-Studie geprüft. Bei 104 Patienten verringerten sich die Gadolinium-aufnehmenden MS-Läsionen im ZNS nach 12, 16, 20 und 24 Wochen statistisch signifikant um über 90 Prozent. Die Patienten hatten zwei Infusionen mit Rituximab erhalten. Der Antikörper schaltet die B-Zellen aus - mit Ausnahme der frühen und sehr späten Reifungsstadien.

Eine weitere gegen B-Zellen gerichtete Therapie ermöglicht das Biological Atacicept, wie Professor Hans-Peter Hartung von der Universität Düsseldorf berichtet hat. Die Entwicklung von Atacicept wird vom Unternehmen Merck Serono voran getrieben. "Diese Substanz eliminiert nicht die B-Zellen, sondern interferiert mit B-Zell-Wachstumsfaktoren", sagte Hartung in Berlin. Das hemmt die Differenzierung der B-Lymphozyten, ohne dass die Zelllinie ganz ausgeschaltet wird.

Allerdings befindet sich die Entwicklung noch in einer frühen Phase. Zwei Phase-II-Studien, an der Patienten mit schubförmiger MS sowie mit Neuritis des Nervus opticus, einer frühen Form der MS, teilnehmen, beginnen gerade. "Gegen B-Zellen gerichtete Therapien dürften die therapeutischen Möglichkeiten bei Patienten mit MS deutlich erweitern", sagte Hartung.

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