PPI und Virostatika

Neue Wirkstoff-Kombi könnte Herpes-Therapie verbessern

Omeprazol hat in Zellkulturen die Wirksamkeit von Aciclovir gegen das Herpes-simplex-Virus verbessert. Dies könnte ein neuer Therapieansatz bei schweren Herpes-Infekten sein.

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Herpes labialis: Die  Kombi von PPI plus Aciclovir könnte hier eine künftige Therapieoption sein.

Herpes labialis: Die Kombi von PPI plus Aciclovir könnte hier eine künftige Therapieoption sein.

© LeventKonuk / Getty Images / iStock

Frankfurt / Main. Eine neue Wirkstoff-Kombination könnte die Behandlung von Herpes-simplex-Krankheiten wie Herpes labialis, Genitalherpes und Keratitis verbessern. Das haben Wissenschaftler der Goethe-Universität in Frankfurt am Main und der University of Kent in Großbritannien herausgefunden (Front Biol. 2020; doi.org/10.3389/fmicb.2019.02790).

Die Forscher testeten verschiedene Wirkstoffe in Zellkulturen und entdeckten, dass Omeprazol und andere Protonenpumpen-Inhibitoren die Wirksamkeit des Virostatikums Aciclovir verbessern konnten, berichtet die Goethe-Universität in einer Mitteilung.

Ein internationales Team unter der Leitung von Professor Jindrich Cinatl, Institut für Medizinische Virologie des Universitätsklinikums Frankfurt, und Professor Martin Michaelis, School of Biosciences, University of Kent, hat verschiedene Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) in Kombination mit zwei Virostatika getestet, Aciclovir und Ribavirin.

Während Protonenpumpen-Inhibitoren zusammen mit Ribavirin nur einen geringen Einfluss auf die Vermehrung des Herpes-simplex-Virus zeigten, minderten sie in Kombination mit Aciclovir die Freisetzung von Viren deutlich. Dabei zeigte Omeprazol unter den untersuchten Protonenpumpen-Inhibitoren den größten Effekt.

Cinatl, Letztautor der Studie, zieht in der Mitteilung folgendes Fazit: „Wenn wir im Menschen denselben Effekt sehen wie in der Zellkultur, werden wir vielen Patienten helfen können, für die wir derzeit nur eingeschränkte Behandlungsmöglichkeiten haben.“ (eb)

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