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Erblindung durch Diabetes

Neuer Ansatz gegen Retinopathie?

Forscher haben einen Hinweis gefunden, wie es zur fortschreitenden Entzündung der Netzhaut bei Diabetikern kommt. Sie hoffen daraus, einen neuen Therapieansatz gegen die diabetische Retinopathie entwickeln zu können.

Veröffentlicht:

FRANKFURT/MAIN. Wissenschaftler, unter anderem der Universitäten Frankfurt und Heidelberg, haben vor Kurzem in einer in der Fachzeitschrift "Nature" publizierten Arbeit (doi:10.1038/nature25013) untersucht, welche molekularen Mechanismus ursächlich für die forschreitende Retinopathie bei vielen Diabetikern ist. Das Augenleiden ist einer der wichtigsten Gründe für Erblindung bei Erwachsenen und ist charakterisiert durch einen fortschreitenden Verlust von Gefäßzellen und Zellverbindungen. Die Folge: brüchige Gefäße, Ödeme, Neorevaskularisation und Entzündungsreaktionen.

Sie fanden heraus, dass ein bestimmtes Enzym, die soluble epoxide hydrolase (sEH), offenbar eine Schlüsselfunktion für den Verlust der endothelialen Barrierefunktion besitzt. In der Retina von diabetischen Mäusen fand sich auch eine erhöhte sEH-Epression und eine Akkumulation an 19,20-Dihydroxydocosapentansäure, einem Entzündungsmediator.

Durch die Behandlung der Mäuse mit einem spezifischen sEH-Inhibitor ließ sich dann die für die diabetische Retinopathie charakteristische Gefäßdurchlässigkeit stoppen. Umgekehrt verursache eine induzierte sEH-Überexpression bei nichtdiabetischen Mäusen für die typischen Gefäßschäden in der Retina.

Nach Ansicht der Wissenschaftler bietet somit die sEH-Inhibition einen möglichen neuen therapeutischen Ansatz, die Progression der Augenerkrankung zu verhindern. (run)

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