Neuer Knochenersatzstoff ist Spongiosa sehr ähnlich

JENA (ner). Ein neues Knochenersatzmaterial haben Wissenschaftler an der Universität Jena entwickelt. Das dreidimensionale Polymergerüst kann sowohl außerhalb des Körpers mit Zellen besiedelt werden (tissue engineering) als auch ohne Zellansiedlung implantiert werden.

Veröffentlicht:

Das Gerüstmaterial aus einem polymerem Kohlenhydrat sei der Knochenspongiosa von Menschen sehr ähnlich, so der Biophysiker Professor Klaus D. Jandt vom Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie in Jena zur "Ärzte Zeitung".

"Darüber hinaus enthält unser Material wie natürlicher Knochen, Apatit-Nanokristalle", betont er. Die Kalzi-umapatit-Kristalle bewirken, daß sich Osteoblasten wesentlich schneller ansiedeln als ohne die Kristalle. Das haben die von der Arbeitsgruppe um Jandt kürzlich publizierten in-vitro-Versuchsreihen ergeben (Acta Biomaterialia 2, 2006, 75).

Die dreidimensionale Gerüststruktur des porösen Polymers schafft einen Raum, in den die Knochenvorläuferzellen einwandern, proliferieren und sich differenzieren können. Würde ein solches Gerüst implantiert, bilden sich nach Kontakt mit den Körperflüssigkeiten Kalziumkomplexe an den vorgegebenen Strukturen.

Die biomechanischen Eigenschaften des Ersatzknochens sind bislang noch nicht untersucht worden. Für diese Tests sowie für erste in-vivo-Versuche bei Tieren suchen die Wissenschaftler derzeit nach finanzieller Unterstützung, nach einem Drittmittel-Geber sowie nach Forschungspartnern.

Anwendungsmöglichkeiten bei Menschen sieht Jandt beim Ersatz aller Spongiosa enthaltenden Knochenteile des Körpers, zum Beispiel nach Unfällen, bei pathologischen Knochenveränderungen oder bei Zahnoperationen.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kasuistik

Rezidivierende Tumorbildung im linken Unterkiefer

Diagnostik bei Kindern

Kombination aus FAST und AST: sensitiver Score bei stumpfem Bauchtrauma

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Juristische Fallstricke

So lassen sich Haftungsrisiken in der Hausarztpraxis minimieren

Sie fragen – Experten antworten

Pertussis: Auch die Großeltern impfen?

Lesetipps
Lungenfunktionsuntersuchung

© Viktor Koldunov / stock.adobe.co

Vernarbung und Fibrosierung

Interstitielle Lungenerkrankung: Die Nachwehen von COVID-19