WHO fordert

"Neues Denken" im Kampf gegen tropische Krankheiten

Schlafkrankheit, Flussblindheit, Bilharziose und Co.: Die sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten machen Millionen Menschen zu schaffen. Die WHO will den Kampf gegen diese Krankheiten verstärken.

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GENF. Mehr als eine Milliarde Menschen in 149 Ländern leiden unter einer oder mehreren der 17 als "vernachlässigt" geltenden tropischen Krankheiten. Darauf macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht aufmerksam.

Um die Schlafkrankheit, Flussblindheit, Bilharziose sowie eine Reihe anderer von Parasiten oder Würmern verursachte Tropenkrankheiten nachhaltig eindämmen zu können, seien größere Anstrengungen als bisher erforderlich, erklärte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.

Allein bis 2020 werden nach Schätzungen der UN-Sonderorganisation insgesamt rund 16 Milliarden Dollar benötigt (14,1 Milliarden Euro), bis 2030 seien es 32 Milliarden Dollar.

Nötig sei ein "neues Denken", das die Bekämpfung von Tropenkrankheiten langfristig als integralen Bestandteil der Entwicklungszusammenarbeit betrachte, forderte die WHO-Generaldirektorin.

Pharmaindustrie soll freiwilligen Beitrag leisten

Wichtig seien auch freiwillige Beiträge der Pharmaindustrie. Zugleich müssten die direkt betroffenen Länder eigene Investitionen für die Bekämpfung von Tropenkrankheiten in dem Maße aufbringen, wie ihre wirtschaftliche Entwicklung vorankommt.

In den vergangenen Jahren seien wichtige Erfolge erreicht worden, die es zu sichern und erweitern gelte. Chan verwies besonders auf Afrika: "Gemeinsame Anstrengungen eines Netzwerks afrikanischer Länder haben dort das Vorkommen der (von der Tsetsefliege übertragenen) Schlafkrankheit um 90 Prozent reduziert", erklärte sie.

In mehr als 70 Ländern gibt es laut WHO inzwischen Gesamtkonzepte, mit denen Tropenkrankheiten unter Kontrolle gebracht werden sollen.

27 Länder hätten bis Ende 2014 das WHO-Ziel erreicht, bis zu 75 Prozent der Schulkinder vor Helminthiasis - durch parasitische Würmer ausgelöste Krankheiten - zu schützen. (dpa)

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