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Neues Netzwerk hat Frauen ab 45 im Blick

HAMBURG (nie). Ein neues Netzwerk will sich für eine bessere medizinische Versorgung von Frauen ab 45 einsetzen. "Männer sind in der Medizin die Norm. Das muß sich ändern", forderte Patricia von Renteln, Chefin des "19,6 Millionen Klubs".

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Der gemeinnützige Verein erhielt seinen Namen, weil es in Deutschland etwa 19,6 Millionen Frauen über 45 gibt. Die Idee kommt aus Schweden. Dort war bereits 1998 der Schwesterverein "1,6 Millionenklubben" gegründet worden. In Hamburg haben sich kürzlich über 115 Vereinsmitglieder in Hamburg getroffen.

Die Defizite seien in manchen Bereichen eklatant, kritisierten die Gründerinnen der Vereinigung, zu der auch Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen zählen. Verbesserungsbedarf bestehe vor allem beim Mammographie-Screening und bei der Behandlung von Frauen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, so von Renteln.

    Auch Ärztinnen gehören dem Hamburger Verein an.
   

Beim Mammographie-Screening sei die Rate der Fehldiagnosen unvertretbar hoch, kritisierte die Leiterin des Tumorzentrums Aachen, Dr. Angela Spelsberg. Deutschland sei noch weit davon entfernt, die EU-Leitlinien umzusetzen. "Deshalb muß man für Deutschland im Moment leider noch sagen: Lieber kein Screening als ein schlechtes Screening", sagte Spelsberg. Sie ist im Beirat des Klubs vertreten.

Auch bei der Behandlung von Frauen mit Herz-Kreislauferkrankungen gibt es erhebliche Defizite: Einer aktuellen europaweit durchgeführten Studie zufolge werden Frauen mit Herzinfarktsymptomen weniger gut untersucht als Männer, sagte die Direktorin des Zentrums für Geschlechterforschung in der Medizin an der Charité, Dr. Vera Regitz-Zagrosek. Frauen erhielten seltener Katheteruntersuchungen und bekämen weniger Medikamente verschrieben als Männer.

Der Verein will künftig auch die Gesundheitsförderung für ältere Frauen in das öffentliche Bewußtsein rücken und Lobbyarbeit betreiben. "Dabei leitet uns die Frage, was uns gesund macht, und was uns gesund hält", sagte Margit Kollmer vom Klub-Vorstand. So plant der Verein auch, Frauen etwa bei der Wahl von medizinischen Angeboten zu beraten. Geplant sind auch Informationsveranstaltungen, etwa zu den Themen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose.

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