Neues Präparat gegen Hepatitis B hat eine hohe antivirale Aktivität

TAINAN (eis). Bei chronischer Hepatitis B bietet das neue Nukleosid-analogon Entecavir offenbar Vorteile, wie jetzt zwei Studien ergeben haben. Im Vergleich zu einer Standardtherapie mit Lamivudin besserten sich bei mehr Patienten die histologischen Befunde und bei mehr Patienten war das Virus nach Therapie nicht mehr nachweisbar.

Veröffentlicht:

Die Überlegenheit von Entecavir wurde sowohl bei HBeAntigen-negativer als auch bei HBeAg-positiver Hepatitis B belegt. In der weltweiten BEHoLD-Studie wurden 715 HBeAg-positive Patienten und 648 HBeAg-negative Patienten behandelt. Das Akronym steht für Benefits of Entecavir for Hepatitis B Liver Disease.

Die Patienten erhielten nach dem Zufallsprinzip über 48 Wochen täglich 0,5 mg Entecavir oder 100 mg Lamivudin. Das berichten Dr. Ting-Tsung Chang von der Uniklinik in Tainan in Taiwan und seine Kollegen (NEJM 354, 2006, 1001 und 1011).

Ergebnis bei HBeAg-positiven Patienten: die histologischen Befunde (beurteilt mit einer Skala für Entzündung und Nekrosen) besserten sich bei 72 Prozent der Patienten unter Entecavir und bei 62 Prozent unter Lamivudin.

Ebenso normalisierten sich die Leberwerte (Alanin-Aminotransferase, ALAT) bei mehr Patienten unter Entecavir (68 vs. 60 Prozent). Bei 67 Prozent der Entecavir-Gruppe und 36 Prozent der Lamivudin-Gruppe war das Virus nach der Therapie nicht mehr nachweisbar.

Ergebnis bei HBeAg-negativen Patienten: Bei 70 Prozent der Patienten in der Entecavir-Gruppe und bei 61 Prozent in der Lamivudin-Gruppe besserten sich die histologischen Befunde. Ebenso normalisierte sich unter Entecavir bei mehr Patienten das ALAT (78 vs. 71 Prozent) und das Virus war bei mehr Patienten nicht mehr nachweisbar (90 vs. 72 Prozent).

Unter Entecavir wurden keine Resistenzen registriert. Entecavir von Bristol-Myers Squibb ist in den USA gegen Hepatitis B zugelassen, in Europa ist die Zulassung beantragt.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Bessere Prognose bei Hepatitis B

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Erkenntnisse aus Studie fehlen noch

Bei Resmetirom sieht G-BA vorerst keinen Zusatznutzen

Gemeinsamer Bundesausschuss

Zusatznutzen für mehrere Orphan Drugs

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Porträt

Wie eine Gynäkologin ihre Krebserkrankung in einem Comic verarbeitet

Herzinfarkt-Prävention

Diabetes: Grippeimpfung schützt das Herz!

Lesetipps
Maske

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?

Ein Mann zieht an einem riesigen Virus.

© freshidea / stock.adobe.com

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein