Doppelblind-Studie

Neurofeedback hilft Kindern mit Autismus

Eine Studie hat ergeben: "Mente Autism" für die tägliche Therapieeinheit zuhause ergänzt etablierte Autismus-Therapien.

Veröffentlicht: 20.07.2018, 14:44 Uhr

SAN GWANN / MALTA. Eine aktuelle Studie belegt, dass bereits eine 12-wöchige Therapie mit dem Mente Autism-System, einem Gerät für auditives Neurofeedback, eine positive Wirkung bei Kindern mit Autismus hat. Es besteht aus einem Stirnband mit fünf EEG-Elektroden, speziellen In-Ear-Kopfhörern, einer App fürs Tablet sowie einer Software-Komponente, teilt das Unternehmen AAT Research mit.

Mit den EEG-Elektroden werden die Gehirnströme des Kindes gemessen, anschließend wandelt ein spezieller Algorithmus diese in angenehme individuelle Geräusche um, die das Kind über die Kopfhörer hört. Die Geräusche wirken auf die Gehirnströme und verändern sie. Das Konzept von Mente Autism beruht darauf, durch solch auditives Neurofeedback die Funktion des Gehirns zu regulieren.

Eine Doppelblind-Studie mit 34 Teilnehmern im Alter von 2 bis 17 Jahren ergab, dass sich durch die Mente-Autism-Therapie die Hirnströme normalisierten und sich auch neurologische Funktionen und das Verhalten der Probanden positiv veränderten (Frontiers in Neurology 2018; online 5. Juli).

Bei allen Kindern war zuvor eine Diagnose für eine Autismus-Spektrum-Störung gestellt worden. Alle Teilnehmer unterzogen sich umfassenden Tests vor und nach der 12-wöchigen Therapie mit dem Stirnband. Die aktive Gruppe erhielt ein Original-Gerät, die Kontrollgruppe ein identisches Gerät, das die zu hörenden Geräusche jedoch nicht aus den gemessenen Gehirnströmen produziert sondern zufällig generiert.

Die Studie belegt, dass die Neurofeedback-Therapie mit dem Mente-Autismus-System eine wirksame Hilfe für Kinder mit Autismus ist. Sie sollte – so der Hersteller AAT Research – ergänzend zu anderen Therapieformen genutzt und immer von einem kompetenten Therapeuten begleitet und unterstützt werden. (eb)

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