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INTERVIEW

Neurologie-News ganz speziell für Hausärzte aufbereitet

Hausärzte müssen ein ungemein breit gefächertes Wissen haben. Beim Praxis Update lässt es sich in nur zwei Tagen wieder auf den aktuellen Stand bringen. Nach dem großen Zuspruch der Fortbildungsveranstaltung im vergangenen Jahr wird sie im April wieder in Wiesbaden und Berlin angeboten. Professor Gerhard Hamann aus Wiesbaden stellt dort die wichtigsten Neuigkeiten aus der Neurologie vor und diskutiert praxisrelevante Konsequenzen.

Veröffentlicht:

Ärzte Zeitung: Die Neurologie ist ein eigenes Fachgebiet. Wo sind die Überschneidungen mit der hausärztlichen Tätigkeit?

Professor Gerhard Hamann: Da gibt es etliche Bereiche. Generell ist die Neurologie für Hausärzte sehr wichtig, da schätzungsweise bei 20 Prozent der Patienten, die mit akuten Beschwerden in die Praxis kommen, eine neurologische Ursache vorliegt.

Ärzte Zeitung: Auf welche für den Hausarzt relevanten neurologischen Probleme werden Sie in Ihrem Vortrag eingehen?

Hamann: Ein wichtiges Thema werden Kopfschmerzen sein, ebenso die Akut- und Sekundärbehandlung von Schlaganfallpatienten sowie Risikopatienten. Auch zur Fazialisparese gibt es neue Daten, ebenso bei der Epilepsie-, Demenz- und Parkinson-Therapie. Diese Daten sind nicht nur für Fachärzte, sondern auch für Hausärzte relevant.

Ärzte Zeitung: Können Sie ein paar konkrete Beispiele dazu nennen?

Hamann: Bei Migränekopfschmerzen gibt es aktuelle Daten, wonach durch die Kombination nichtsteroidaler Antirheumatika (Naproxen 400 mg) zu einem Triptan (Sumatriptan) ein additiver Effekt erzielt wird.

Zwei andere neue Studien bestätigten wiederum, dass transitorische ischämische Attacken (TIA) ein ernst zu nehmendes Risiko für einen Schlaganfall in den folgenden zwei Tagen darstellen und eine rasche Diagnostik und Therapie dieses Risiko deutlich mindern. Das heißt, dass Patienten, die sich in der Praxis mit entsprechenden Symptomen vorstellen, etwa mit vorübergehenden Sprach-, Gang- und Sehstörungen, stets weiter diagnostiziert werden müssen. Patienten mit hohem Risiko nach dem ABCD-Score (über 6 Punkte) sollten sofort auf eine Stroke Unit gebracht werden.

Migränepatienten können von einer Kombination aus Triptan plus nichtsteroidalem Antirheumatikum profitieren.

Migränepatienten können von einer Kombination aus Triptan plus nichtsteroidalem Antirheumatikum profitieren.

© Foto: imago

Praxisrelevant sind sicher auch die neuen Therapien mit einem Wirkstoff-Pflaster bei Parkinson und Demenz. Hier werde ich darauf eingehen, welche Patienten von dieser Option besonders profitieren.

(run)

STICHWORT

Praxis Update

Ziel des Praxis Updates sind ein optimaler Austausch und die Weitergabe von neuem Wissen aus Spezialbereichen in der allgemeinmedizinischen Praxis. In 13 einstündigen Seminaren referieren und kommentieren Wissenschaftler die wichtigsten Ergebnisse klinischer Studien des vergangenen Jahres. Die wissenschaftliche Leitung und Moderation der Diskussion übernehmen Professor Vittoria Braun aus Berlin, Dr. Daniela Wetzel-Richter, Fachärztin für Allgemeinmedizin aus Rickenbach, und Professor Christian Ell, Gastroenterologe aus Wiesbaden. Die Veranstaltung ist mit 16 CME-Punkten zertifiziert. Das Praxishandbuch 2008, das jeder Teilnehmer erhält, beinhaltet zudem alle Manuskripte, ergänzende Informationen und Expertenkommentare.

Weitere Infos und Anmeldung unter www.praxis-update.com

ZUR PERSON

Professor Gerhard F. Hamann (

Foto: privat) ist Direktor der Klinik für Neurologie an den Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden.

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