Kommentar – Masernerkrankungen

Neustart beim Impfen!

Von Wolfgang Geissel Veröffentlicht: 10.04.2018, 16:02 Uhr

Die Impfmedizin in Deutschland braucht einen Neustart. Die Höchststände in den vergangenen Monaten bei den Fallzahlen impfpräventabler Krankheiten sind zu einem beträchtlichen Teil auf Impflücken zurückzuführen. Deutlich ist dies bei den Masern: Dort gibt es seit Jahren die meisten Erkrankungen bei Jugendlichen und Erwachsenen. Programme für bessere Impfraten in diesen Altersgruppen fehlen jedoch.

Bei Influenza sind die Impfraten seit Jahren im Sinkflug, während die Erkrankungszahlen besonders bei heftigen Grippewellen zunehmen. So gab es in der aktuellen Saison bereits über 314.000 laborbestätigte Influenza-Erkrankungen und fast 1100 Todesfälle. Zum Vergleich: Im Winter davor mit einer ebenfalls starken Epidemie waren es 114.000 Erkrankungen und 717 Tote gewesen. Die Impfquoten gegen Influenza haben sich aber mit 35 Prozent bei über 60-Jährigen auf niedrigem Niveau eingependelt. Vor sieben Jahren waren es noch fast 50 Prozent.

Es gibt aber auch Lichtblicke: Die STIKO hat sich mit den viervalenten Grippe-Impfstoffen jetzt zum bestmöglichen Schutz entschieden. Und der GBA hat die Entscheidung in Rekordzeit in die Schutzimpfungsrichtlinie übernommen. Nun gilt es, den besseren Schutz auch den Patienten anzubieten!

Lesen Sie dazu auch: WHO-Vorgabe: Masern-Ziel schon jetzt verfehlt

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