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Hinweise auf Risikoreduktion

Nierenschutz aus der Kaffeetasse?

Wer regelmäßig Kaffee trinkt, ist offenbar bis zu einem gewissen Grad vor Nierenerkrankungen geschützt. Hinweise dafür finden sich in einer Metaanalyse mit über 25 .000 Teilnehmern.

Von Elke Oberhofer Veröffentlicht:
Schützt er oder schützt er nicht? Die Diskussion um die Eigenschaften von Kaffee dauert an.

Schützt er oder schützt er nicht? Die Diskussion um die Eigenschaften von Kaffee dauert an.

© dimakp / stock.adobe.com

Das Wichtigst in Kürze

  • Frage: Welchen Effekt hat Kaffeetrinken auf die Entwicklung einer chronischen Nierenerkrankung?
  • Antwort: In einer Metaanalyse mit über 25.000 Teilnehmern war das Risiko, eine chronische Niereninsuffizienz zu entwickeln, bei Kaffeetrinkern signifikant reduziert.
  • Bedeutung: Kaffee scheint über seine antioxidativen Eigenschaften ganz allgemein gefäßprotektiv zu wirken.
  • Einschränkung: Metaanalyse, Kausalzusammenhang nicht belegt; Studien inhomogen in Bezug auf die Menge an getrunkenem Kaffee.

Bangkok. Schützt der braune Wachmacher nun die Niere oder nicht? Die Diskussionen zu diesem Thema gehen hin und her, zuletzt hatte eine Metaanalyse über vier Querschnittstudien einen Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und chronischen Nierenerkrankungen anscheinend widerlegt.

Neue Erkenntnisse auf etwas festerem Datengrund liefert jetzt ein Team aus Bangkok mit einer weiteren Metaanalyse (Eur J Intern Med 2020; online 18. April), die ausschließlich Kohortenstudien (ebenfalls vier) einschloss: Demnach ist Kaffee offenbar gesund, auch für die Niere. Wie sich aus den zusammengefassten Datensätzen von insgesamt 25 .849 Teilnehmern ergab, war das Risiko, langfristig eine chronische Niereninsuffizienz zu entwickeln, bei Kaffeetrinkern verglichen mit Verächtern des Heißgetränks um relativ magere, wenn auch signifikante 13 Prozent reduziert.

Größte Studie mit 14.000 Probanden

Die Autoren hatten eine Reihe von möglichen Einflussfaktoren berücksichtigt. Neben Alter, Geschlecht und BMI beinhaltete das vor allem Begleiterkrankungen, in drei Studien zusätzlich Rauchen und Alkoholkonsum. Dies legt laut Dr. Thatsaphan Srithongkul und Dr. Patompong Ungprasert von der Mahidol University nahe, dass es wirklich der Kaffee sei, der zu der gemessenen Risikoreduktion geführt habe.

Deren Ausmaß blieb unverändert, wenn man nur die Teilnehmer herausgriff, die regelmäßig mindestens eine Tasse Kaffee pro Tag getrunken hatten (in drei der Studien hatte „jegliche Menge an Kaffee“ als Einschlusskriterium gegolten).

Die größte Studie mit gut 14 .000 Teilnehmern stammte aus den USA, zwei weitere aus Asien (rund 9000 beziehungsweise 1000 Teilnehmer) und die dritte aus dem Iran (n = 1800). In allen vier hatten die Probanden den Food Frequency Questionnaire zur Ermittlung ihrer Ernährungsgewohnheiten ausgefüllt. Eine chronische Nierenerkrankung lag definitionsgemäß bei eGFR-Werten < 60 ml/min/1,73 m2 vor.

Liegt‘s an der antioxidativen Wirkung?

Nicht nur bei den Einschlusskriterien, auch bei den Nachbeobachtungszeiträumen hatte es deutliche Unterschiede gegeben. Diese variierten in den einzelnen Kohorten zwischen sechs und 24 Jahren.

Worin die Ursache für die angeblich nierenschonenden Effekte des Kaffeekonsums besteht, lässt sich anhand der hier vorgestellten Daten nicht ermitteln. Wie schon die Autoren früherer Studien vermuten auch Srithongkul und sein Team, dass es sich um die antioxidative Wirkung bestimmter Inhaltsstoffe, neben Koffein möglicherweise auch Chlorogensäure, Niacin und Chinidin, handelt.

Die Folgen seien geringerer oxidativer Stress, weniger entzündliche Prozesse in den Gefäßwänden und dadurch bedingt eine Abnahme von endothelialer Dysfunktion und Atherosklerose. Zu dieser Vermutung passen Erkenntnisse aus früheren Studien, dass Kaffeetrinker offenbar auch ein geringeres Risiko für die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen haben und insgesamt auch seltener vorzeitig sterben.

Es bleibt anzumerken, dass angesichts der begrenzten Zahl an Studien, in denen das Mindestmaß an Kaffeekonsum zudem sehr unterschiedlich definiert war, die Aussagekraft auch dieser Metaanalyse limitiert und das letzte Wort zum Thema Kaffee und Niere wohl noch nicht gesprochen ist.

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