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Noch ist unklar, wie Herpes von den Lippen ins Auge kommt

MÜNCHEN (wst). Um bei einem blühenden Lippenherpes zu vermeiden, daß die Augen in Mitleidenschaft gezogen werden, sollte peinlichst darauf geachtet werden, Kontaktlinsen nicht mit den ursächlichen Herpes-simplex-Viren zu verunreinigen. Das heißt: Bevor Kontaktlinsen mit den Fingern berührt werden, sollte man sich immer gründlich die Hände waschen und sie mit einem frischen, unbenutzten Handtuch abtrocknen.

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Darauf hat die Dermatologin Privatdozentin Dr. Monika-Hildegard Schmid-Wendtner vom Universitätsklinikum Bonn hingewiesen.

Auch andere Möglichkeiten, wie das Virus von den Lippenbläschen ins Auge geschleppt und dann möglicherweise eine im Extremfall zur Erblindung führende Herpes-Keratitis verursachen kann, sollten unterbunden werden, solange die Läsion an den Lippen besteht: Nicht mit den Fingern ins Auge fassen, aufpassen beim Waschen des Gesichts und getrennte Handtücher für Augen- und Lippenbereich benutzen!

Diese Vorsichtsmaßnahmen seien nötig, auch wenn in Expertenkreisen nach wie vor diskutiert werde, ob ein seltener Hornhaut-Herpes im Gefolge eines Lippenherpes nicht ausschließlich durch Ausbreitung der Erreger über Nervenäste verursacht werde, so Schmid-Wendtner bei einer vom Unternehmen Novartis unterstützten Veranstaltung in München.

Auch sonst scheint es zum überaus häufigen Lippenherpes noch viele unbeantwortete Fragen zu geben. Obwohl über 90 Prozent der Bevölkerung mit dem in Ganglien lebenslang persistierenden Herpesviren infiziert sind, bleiben 60 bis 80 Prozent der Betroffenen lebenslang symptomlos. Bei den anderen kommt es immer wieder zu typischen Lippenläsionen, wobei die Rezidivfrequenz von sporadisch bis zwölfmal im Jahr reicht.

Welche endogenen Voraussetzungen letztendlich maßgeblich dafür sind, daß die einen Infizierten nie, andere gelegentlich und wieder andere häufig von rezidivierenden Lippenbläschen heimgesucht werden, ist bislang unbekannt.

Und der gängigen Vorstellung, ein durch verschiedene Faktoren wie massive Sonnenexposition oder Streß vorübergehend geschwächtes Immunsystem erleichtere die Reaktivierung der Viren, stehe die Tatsache entgegen, daß Lippenherpes-Rezidive im Alter trotz der dann generell nachlassenden Immunkompetenz bei Männern wie Frauen immer seltener werden, gab Schmid-Wendtner zu bedenken.

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