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Noradrenalin bessert die Feinmotorik nach Schlaganfall

KÖLN (eb). Verlängert man bei Schlaganfall-Patienten mit motorischen Defiziten die Verweildauer von Noradrenalin im Gehirn, verbessert sich die Feinmotorik. Das hat Dr. Christian Grefkes vom Max-Planck-Institut (MPI) für neurologische Forschung in Köln zusammen mit Kollegen in einer Studie bei elf Betroffenen zeigen können.

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In der Studie erledigten Patienten motorische Aufgaben, in denen die maximale Griffkraft und die Fingerklopfrate bestimmt wurden. Dabei beeinflussten die Forscher die Verweildauer von Noradrenalin durch die orale Applikation von Reboxetin (RBX) (Ann Neurol 2010; online 28. Dez.).

RBX verlangsamt die Wiederaufnahme des Transmitters in die neuronalen Zellspeicher und verlängert somit dessen stimulierende Wirkung auf die Kopplung im kortikalen Motorik-Netzwerk. In der Kontrollbedingung erhielten die Patienten Placebo, wie das MPI mitteilt.

Unter der durch RBX induzierten verlängerten Wirkung von Noradrenalin erhöhte sich die Griffkraft der betroffenen Hand im Schnitt um das Vierfache, und die Fingerklopfrate verdoppelte sich.

Die motorischen Verbesserungen waren auf kortikaler Ebene mit einer Normalisierung der zuvor krankhaft erhöhten Hirnaktivität verbunden - vor allem in den motorischen Arealen der geschädigten Hemisphäre. Das haben MRT-Scans ergeben.

Die Befunde der Studie könnten sich als Startpunkt eines neuen Therapie-Ansatzes erweisen, um Störungen in Hirnnetzwerken zu korrigieren und handmotorische Funktionen nach Schlaganfall zu verbessern, hoffen die Forscher.

Geplant ist nun, Reboxetin bei einer größeren Patientengruppe über einen Zeitraum von mehreren Wochen zu prüfen, um festzustellen, wie nachhaltig die Verbesserungseffekte sind.

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