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Nützt ein Magenbypass schlanken Diabetikern so gut wie adipösen?

Der Magenbypass gilt als Ultima Ratio bei schwerstem Übergewicht. Jetzt wird ein Nutzen der Op auch bei normalgewichtigen Typ-2-Diabetikern diskutiert. Denn der Eingriff kann teilweise den Blutzucker normalisieren.

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Schon eine Woche nach Magenbypass-Op tritt oft schon der antidiabetische Effekt auf, also lange bevor Patienten Gewicht abgenommen haben.

Schon eine Woche nach Magenbypass-Op tritt oft schon der antidiabetische Effekt auf, also lange bevor Patienten Gewicht abgenommen haben.

© Foto: Prof. Rudolf Weiner

BERLIN (gvg). Dass sich nach Adipositas-chirurgischen Eingriffen bei stark übergewichtigen Typ-2-Diabetikern der Blutzucker normalisiere, sorge mittlerweile weltweit für Aufsehen, sagte Professor Markus Büchler vom Europäischen Pankreaszentrum der Universität Heidelberg. Zwar würde man bei einer im Mittel etwa 50prozentigen Gewichtsabnahme nach einem Magen-Bypass metabolische Effekte erwarten.

"Der antidiabetische Effekt tritt aber schon eine Woche nach der Operation auf, also lange bevor die Patienten in größerem Umfang Gewicht abgenommen haben", so Büchler bei einer Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Warum das so ist, ist noch nicht ganz klar. "Wahrscheinlich werden durch die Umgehung des Magens bestimmte im Magen angesiedelte Gewebshormone ausgeschaltet, die einen negativen Einfluss auf die Diabetes-Entwicklung bei übergewichtigen Menschen haben", so der Experte. Zusätzlich scheine die direkte Nahrungspassage in den Dünndarm dazu zu führen, dass der Körper mehr Insulin freisetze als bei einer physiologischen Nahrungspassage durch den Magen.

Insgesamt verschwinde der Typ-2- Diabetes bei 80 bis 90 Prozent der operierten diabetischen Adipositas-Patienten, betonte Büchler.

Die Beobachtungen bei adipösen Patienten haben dazu geführt, dass mittlerweile auch einige wenige normalgewichtige Typ-2-Diabetiker operiert wurden. "Auch hier scheint das Prinzip zu funktionieren", so Büchler. So konnte der Typ-2-Diabetes in einer kleineren, monozentrischen Studie bei 96 Prozent der operierten normalgewichtigen Patienten zum Verschwinden gebracht werden.

Der Effekt hielt dabei über mindestens zwei Jahre an. Erfahrungen von adipösen diabetischen Patienten zeigen, dass viele auch fünf Jahre nach der Operation noch kein Diabetes-Rezidiv haben. Trotzdem plädiert Büchler für Zurückhaltung: "Bevor wir die Anti-Diabetes-Operation guten Gewissens propagieren können, sind noch einige Studien nötig", so Büchler.

Der Experte warnte davor, die Risiken der Adipositaschirurgie kleinzureden: "Das ist kein einfacher Eingriff. Wir reden von einer Operation mit einer Sterblichkeit zwischen 0,2 und 0,5 Prozent." Auch die Lebensqualität gelte es, im Auge zu behalten: Bei gastroenterologischen Indikationen haben Magenbypass-Operationen in der Vergangenheit in zahlreichen Studien einen deutlich negativen Effekt auf die langfristige Lebensqualität gehabt.

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