Kommentar

Nutzlose Meniskus-Op?

Einen Teil der Meniskusoperationen kann man sich sparen, wie eine aktuelle Studie ergeben hat.

Von Thomas Müller Veröffentlicht:

Es sind Nachrichten, die Patienten und Krankenkassen sicher gerne hören: Einen Teil der Meniskusoperationen kann man sich sparen - zumindest solche, bei denen der Knorpel im Kniegelenk verschleißbedingt zu reißen beginnt.

Nach einem Jahr geht es den Patienten mit einer Teilresektion nicht besser als solchen, die den gerissenen Meniskus behalten durften.

Das konnten finnische Forscher nun in einer kontrollierten Studie klar zeigen und machen damit auch Hoffnungen zunichte, dass die arthroskopische Teilresektion wenigstens noch bei Patienten ohne Kniegelenksarthrose etwas bringt. Zuvor hatte eine Studie bereits keinerlei Nutzen bei Patienten mit einer Arthrose ergeben.

Um mögliche Kritikpunkte bereits im Vorfeld auszuräumen, hatten die Ärzte der finnischen Studie in der Kontrollgruppe sogar eine Scheinoperation vorgenommen - der Nutzen des Eingriffs scheint daher lediglich auf dem Placeboeffekt zu beruhen.

Die Arbeit zeigt erneut, wie wichtig kontrollierte Studien auch in der Chirurgie sind: Nicht immer lässt sich aus theoretischen Überlegungen ein klinischer Nutzen ableiten. Natürlich sind für eine abschließende Beurteilung Langzeitergebnisse nötig. Die wird es dank solcher Studien in wenigen Jahren geben, und darauf darf man gespannt sein.

Lesen Sie dazu auch: Meniskusruptur: Nutzlose Op bei Degeneration

Mehr zum Thema

Analyse der Rottderdam-Studie

Mit dem altersbedingten Muskelschwund steigt wohl das Sterberisiko

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag"-Podcast

Wie sagt man seinem Kind, dass man Krebs hat, Dr. Wagner?

Lesetipps
Es gibt tierexperimentelle Studien, wonach Mikroplastik entzündungsverstärkend wirkt, wenn durch ein zusätzliches Agens die Tight junctions zwischen Darmzellen zerstört sind. Wenn also zu einer hohen Mikroplastik-Konzentration zusätzlich pathogene Faktoren hinzukommen, könnte dies entzündungsfördernd wirken, etwa bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

© Rochu_2008 / stock.adobe.com

Forschung

Beeinflusst Mikroplastik chronische Erkrankungen?

Charlotte Kleen

© Babett Ehrt/ Lichtbildwerkstatt

Porträt

Wie Charlotte Kleen Medizin in ihrer ganzen Breite kennenlernt

Mädchen geht chemischen Experimenten in einem Klassenzimmer nach, die Haare stehen ihr zu Berge.

© Andrey Kiselev / stock.adobe.com

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird