Direkt zum Inhaltsbereich

Neues Coronavirus

Offenbar keine Übertragung von Mensch zu Mensch

Veröffentlicht:

Ein neuer Krankheitserreger ist auf der arabischen Halbinsel aufgetaucht: das Coronavirus hCoV-EMC. Bislang sind wenige Menschen erkrankt - offenbar können sie andere Menschen nicht anstecken.

Von Benjamin Rempe und Privatdozent Tomas Jelinek

NEU-ISENBURG. Das Robert Koch-Institut informierte am 23. November über den mittlerweile fünften Erkrankungsfall mit dem neuen Coronavirus (hCoV-EMC).

Der Patient wurde aufgrund einer schweren Atemwegssymptomatik von Katar in eine Spezialklinik nach Deutschland verlegt.

Ebenfalls im November hatte das Gesundheitsministerium Saudi-Arabiens einen dritten und vierten Fall offiziell bestätigt. Beide Betroffenen wurden in einem Krankenhaus der Hauptstadt Riad erfolgreich therapiert.

Wohl in Saudi-Arabien oder Katar infiziert

Bereits im September war ein Patient wegen Lungen- und Nierenversagens von Katar nach London evakuiert worden. Nach intensivmedizinischer Betreuung konnte der 49-Jährige aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Erstmals nachgewiesen wurde das neue Coronavirus bei einem 60-jährigen Mann aus Jeddah, nahe Mekka. Nach einer schweren Pneumonie starb dieser im Juni dieses Jahres.

Das virale, genetische Material wurde im Erasmus Medical Center (EMC) sequenziert, sodass dieses humanpathogene Coronavirus seither als hCoV-EMC bezeichnet wird.

Bei allen bis jetzt bekannten Fällen besteht der Verdacht, dass die Infektionen in Saudi-Arabien beziehungsweise im angrenzenden Katar erfolgt sind.

Schwere Pneumonien

Coronaviren sind häufig Auslöser akuter Infektionen der oberen Atemwege. Diese Gattung von RNA-Viren wird in Alpha-, Beta- und Gammacoronaviren unterteilt. Zu den Betacoronaviren zählt auch das bekannte SARS-assoziierte Coronavirus.

Das in den drei Fällen nachgewiesene Virus gehört ebenfalls zu den Betacoronaviren. Da die Betroffenen, wie bei SARS, schwere Pneumonien entwickelten, sind die Gesundheitsbehörden weiterhin besonders aufmerksam.

Der spezifische Nachweis erfolgte über eine RT-PCR, bei der ein Teil des E-Gens amplifiziert wurde. Das E-Gen kodiert Proteine, die in die Virushülle integriert werden.

Sie sind daher Teil des extrazellulären Virions welches aus den Patientenproben isoliert wurde. Eine Infektion mit diesen Viren erfolgt über Körperflüssigkeiten und Aerosole.

Kein epidemiologischer Zusammenhang erkennbar

Die Pilgerstätte Mekka wäre aufgrund des engen Kontakts der Menschen ein potenter Ausbreitungsort für diese Erkrankung. Zur großen Pilgerreise Haddsch Ende Oktober versammelten sich dort knapp zwei Millionen Muslime.

In der Vergangenheit kam es unter den Pilgern zu größeren Ausbrüchen von Meningokokken-Meningitis und Influenza.

Bis jetzt wurde eine Übertragung von Mensch zu Mensch für das neue Coronavirus noch nicht nachgewiesen. Kontaktpersonen und medizinisches Personal sind bis dato nicht erkrankt.

Ein epidemiologischer Zusammenhang ist demnach bis jetzt nicht erkennbar.

Weitere Informationen zur Reisemedizin: www.crm.de

Mehr zum Thema

Seltene Erkrankungen

Primäre Immundefekte: Warnzeichen und Tipps fürs Labor

Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Selektivvertrag und elektronische Verschreibung

Hilfsmittel: Erprobung des eRezeptes wird ausgeweitet

Lesetipps
Erreger schwirren durch die Luft.

© Grispb / Stock.adobe.com

Primäre und sekundäre Formen

Immundefekte erkennen: So klappt’s in der Praxis

Ein arzt schaut einem alten Patienten genau ins Gesicht

© Yuri Arcurs / adobe.stock.com

Leitlinie

Wie Sie Schmerzen bei Demenz-Patienten erkennen

Ein verschrumpelter roter Luftballon mit ganz wenig Luft.

© Jörg Lantelme / Stock.adobe.com

Von ungefährlich bis akut lebensbedrohlich

Leitsymptom Dyspnoe: So geht’s rasch zur richtigen Diagnose