Hypopharynx-Ca

Op wird seltener

Beim Hypopharynxkarzinom hat sich die Therapie in den vergangenen Dekaden deutlich gewandelt. Infolgedessen sind Laryngopharyngektomien seltener geworden, wie eine Studie registriert.

Veröffentlicht: 16.07.2014, 11:15 Uhr

NEW HAVEN/USA. Um sich ein Bild über Inzidenz, Therapie und Überleben beim Hypopharynxkarzinom und deren Entwicklung während der vergangenen Jahrzehnte zu machen, durchforsteten US-Chirurgen und -Radiologen der Yale University School of Medicine in New Haven die SEER-Datenbank (Surveillance, Epidemiology, and End Results).

Für ihre Analyse verwendeten sie die Daten von fast 4000 erwachsenen Patienten, deren Befunde zwischen 1988 und 2010 dokumentiert worden waren (Laryngoscope 2014, online 4. April).

Daten aus der Zeit davor enthalten weder Informationen zum Staging noch zur Therapie und wurden deshalb unter diesen beiden Aspekten nicht einbezogen.

Nach Angaben der Ärzte hat die Inzidenz des Hypopharynxkarzinoms in den USA zwischen 1973 und 2010 kontinuierlich um 2 Prozent pro Jahr abgenommen. Derzeit liege sie bei 0,7 pro 100.000 Personenjahren. Im Studienzeitraum wurde bei knapp 35 Prozent der Patienten eine Laryngopharyngektomie vorgenommen.

Etwas mehr als 8 Prozent dieser Patienten wurden operiert und bestrahlt, etwa 26 Prozent ausschließlich operiert. Insgesamt knapp 53 Prozent der Patienten erhielten nur eine Bestrahlung, und 12,4 Prozent wurden weder operiert noch bestrahlt.

Die Ärzte stellten fest, dass die Zahl der Laryngopharyngektomien zwischen 1988 und 2010 um 2,5 Prozent pro Jahr abgenommen, die Zahl der Radiotherapien ohne Operation dagegen um 2 Prozent pro Jahr zugenommen hatte. Auch die Zahl der Patienten, die weder bestrahlt, noch operiert worden waren, hat in dem Zeitraum um 0,5 Prozent pro Jahr zugenommen.

Bei der Analyse der 5-Jahres-Überlebensraten in den verschiedenen Studienabschnitten stellte sich zwar heraus, dass die Überlebensrate im Zeitraum 1991-1995 signifikant höher lag als im Zeitraum davor, also seit dem Jahr 1988. Eine entsprechende Entwicklung zwischen 1988 und 2010 ließ sich aus den Daten allerdings nicht ableiten.

Die höchste Rate mit 34,5 Prozent wurde bei Patienten erzielt, die sowohl operiert, als auch bestrahlt worden waren. Nach ausschließlicher Bestrahlung lag sie bei 22,6 Prozent, nach ausschließlicher Op bei 18,9 Prozent. Nur 8,8 Prozent der Patienten lebten noch nach fünf Jahren, wenn weder bestrahlt noch operiert worden war.

Nach Ansicht der Ärzte hat sich das Gesamtüberleben bei jenen Patienten über die Jahre verbessert, die ausschließlich bestrahlt worden waren. Dies könne daran liegen, dass die Patienten zusätzlich chemotherapeutisch behandelt worden waren.

Allerdings sei dies nur eine Vermutung, weil Daten zur Chemotherapie generell fehlten. Ihrer Einschätzung nach legen die Daten jedoch nahe, dass ein larynxschonendes Vorgehen das Gesamtüberleben nicht verschlechtert. (ple)

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