Kohortenstudie

PAVK: Dann wird auch Krebs oft diagnostiziert

Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit haben ein erhöhtes Krebsrisiko.

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LEBANON. Für eine populationsbezogene Kohortenstudie haben Forscher aus Lebanon/New Hampshire Daten von 53.762 Patienten mit Claudicatio intermittens aus einem dänischen Patientenregister gefiltert.

Während der im Mittel fünf Jahre Beobachtungszeit gab es 6270 Tumordiagnosen - 1964 mehr als die rechnerisch erwarteten 4306.

Das entsprach einer Steigerung um 46 Prozent oder einer standardisierten Inzidenzrate (SIR) von 1,46 (Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2015; online 29. Januar).

Der Effekt war in den ersten drei Monaten nach der Claudicatio-Diagnose am stärksten (SIR 2,22) und sank danach auf SIR-Werte zwischen 1,40 und 1,47.

Das Risiko blieb über zehn Jahre erhöht, und das absolute Krebsrisiko lag bei 2,4 Prozent im ersten Jahr, bei 9,6 Prozent nach fünf und 15,0 Prozent nach zehn Jahren. In absoluten und relativen Zahlen führend war Lungenkrebs (1825 Fälle, SIR 2,82).

Auch sonst dominierten mit dem Rauchen assoziierte Krebsarten: Blasen-, Pankreas-, Ösophagus-, Nieren-, Larynx- und Zungenkrebs. Die einzige vermehrte Krebsentität, die nicht mit Tabakkonsum in Verbindung steht, war das Hodgkin-Lymphom.

Die Diagnose einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit erhöhte auch die Mortalität, und zwar um 19 Prozent - aber nur, wenn sie früher als drei Monate vor der Krebsdiagnose gestellt worden war.

Rauchen erkläre zumindest einen Teil der Verbindung zwischen pAVK und Krebs, so die Autoren. Auch biologische Mechanismen sind möglich.

Ein okkultes Malignom könnte einen prothrombotischen neoplastischen Prozess auslösen und so die Verschlusskrankheit verursachen.

Dafür spricht womöglich, dass die Verbindung in den ersten drei Monaten nach der Claudicatio-Diagnose am deutlichsten ist.

Andererseits ist denkbar, dass die erhöhte medizinische Wachsamkeit nach der Diagnose einer pAVK zur Entdeckung asymptomatischer Malignome führt. (rb)

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