Kommentar

PID mit Nebenwirkungen?

Peter LeinerVon Peter Leiner Veröffentlicht:

Die seltene, unheilbare Prionkrankheit Gerstmann-Syndrom erfüllt wohl in Deutschland die strengen Kriterien, nach denen eine Präimplantationsdiagnostik (PID) erlaubt ist.

Es ist kein Fortschritt, wenn jetzt US-Ärzte gezeigt haben, dass auch bei der Prionkrankheit gezielt Embryonen ohne krankmachende Mutation ausgesucht und in den Uterus übertragen werden können.

Denn auch wenn die Entwicklung der US-Zwillinge nach 27 Lebensmonaten offenbar normal erscheint, kann man noch gar nicht sagen, ob dies auch so bleiben wird.

Niemand kann garantieren, dass die Entnahme einer Zelle aus dem wenige Tage alten Embryo (manche nennen es einfach nur "Zellhaufen") ohne Risiko für das werdende Leben ist. Tierversuche lassen zumindest etwas anderes vermuten, nämlich Veränderungen im Gehirn, die denen bei Morbus Alzheimer ähneln.

Möglichweise reagiert also das Nervensystem besonders sensibel auf die Biopsie während der PID. Das wäre dann im Fall der US-Zwillinge, den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben zu haben.

Wer Anlagenträger für eine unheilbare Krankheit ist, sollte seinen Nachwuchs diesem Risiko nicht aussetzen. Der Verzicht auf eigene Nachkommen kann auch hier ungewolltes Leid ersparen.

Lesen Sie dazu auch: PID: Gesunde Zwillinge trotz Risiko für Prionkrankheit

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