Herzschwäche

PPCM-Gen entdeckt

HANNOVER (eb). Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) um Professor Denise Hilfiker-Kleiner entdeckten ein Gen, das bei der peri- oder postpartalen Kardiomyopathie (PPCM) eine entscheidende Rolle spielt. Sie zeigten eine neue Therapieoption für diese Erkrankung auf.

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PPCM ist eine seltene, aber schwere Erkrankung, deren Ursache noch unklar ist, teilt die MHH mit. Sie kann bei vorher gesunden Frauen ohne Vorwarnung in den letzten Wochen der Schwangerschaft und in den ersten Monaten nach der Entbindung auftreten und binnen weniger Wochen zum Tod führen.

Zu den Risikofaktoren gehören erhöhter Bluthochdruck oder Mehrlingsgeburten. Symptome können sein: Abgeschlagenheit, Atemnot, Wassereinlagerungen in Armen und Beinen, starker Reizhusten und Herzrasen.

Die MHH-Forscher konnten zeigen, dass neben STAT3 auch das Gen PGC1a eine wichtige Rolle bei PPCM spielt: Es verhindert die Spaltung des Prolaktins und sorgt dafür, dass vermehrt Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) entsteht.

Dieser schützt die Blutgefäße und fördert ihre Regeneration. Mäusen, denen PGC1a fehlt, weisen einen noch stärkeren Verlust von Blutgefässen im Herzen auf, so dass sich das Herzversagen sehr schnell und massiv einstellt.

"Wir nehmen an, dass eine kombinierte Therapie mit Bromocriptin sowie einem Medikament, das wie VEGF wirkt, eine Heilung stark begünstigt und somit eine effizientere Therapieform der PPCM darstellt", wird Hilfiker-Kleiner in der Mitteilung zitiert.

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