Panikattacken verursachen Brustschmerz wie bei Infarkt

FRANKFURT AM MAIN (KHS). Charakteristisch für eine Panikattacke ist, daß Betroffene anschließend stark körperlich erschöpft sind. Zur Therapie eignen sich sowohl moderne Antidepressiva als auch eine kognitive Verhaltenstherapie.

Veröffentlicht:

Bei einer Panikattacke kommt es plötzlich aus völligem Wohlbefinden heraus zu starker Angst, Herzklopfen, Schwindel und einem Druckgefühl auf der Brust - vergleichbar mit dem Druckgefühl bei einem Herzinfarkt. Daran erinnerte Dr. Reinhard J. Boerner, Chefarzt der Psychiatrischen Klinik des Christlichen Krankenhauses in Quakenbrück.

Dieser Zustand dauere bis zu 30 Minuten, selten länger. Ein wichtiges differentialdiagnostisches Kriterium zu einem Herzinfarkt ist für Boerner, daß Betroffene nach einer Panikattacke wie nach einem 10 000-Meter-Lauf erschöpft seien. Gebe ein Patient an, er habe sich nach der Attacke wie immer gefühlt, spreche das eher gegen eine Panikstörung, sagte Boerner bei einer von Wyeth unterstützten Fortbildungsveranstaltung in Frankfurt am Main.

Bewährt hätten sich die Medikamente Buspiron, Paroxetin sowie der selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Venlafaxin (Trevilor®), der im Bereich der Angsterkrankungen über eine große Indikationsbreite verfüge. Das Medikament ist vor kurzem auch zur Behandlung von Patienten mit Panikstörung zugelassen worden.

Boerner warnte bei der Therapie von Patienten mit Panikattacken vor einer raschen Verabreichung des Neuroleptikums Fluspirilen, das häufig bei Angstsymptomen verordnet werde. Das Medikament könne zu Spätdyskinesien führen.

Eine nur geringe Evidenz bei Angststörungen haben nach Boerner die psychodynamischen Ansätze. Geprüft und primär indiziert seien hingegen kognitive Verhaltenstherapien.

Er präferiere dabei die Verhaltenstherapie, bei der der Therapeut mit dem Patienten angstbesetzte Orte aufsuche, sagte Boerner. Zugleich lehne er es ab, unter dem Deckmantel der Verhaltenstherapie psychologische Gespräche zu führen. Denn damit erreiche man nichts.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Systematisches Review mit Metaanalyse

Psychische Probleme wohl mit akutem Koronarsyndrom assoziiert

Depression, Angst, Schmerzen

Was zeichnet „schwierige“ Patientinnen und Patienten aus?

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen

Röntgen-Thorax führte zur Diagnose

Kasuistik: Negativer D-Dimer-Test trotz akuter Lungenembolie

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Eine Frau liegt erschöpft auf einem Sofa.

© fizkes / stock.adobe.com

Patientenumfrage

Krebs: So häufig sind Tumorschmerzen