Länderübergreifende Studie

Panikstörung und Depression haben genetische Gemeinsamkeiten

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Marburg. Das Krankheitsbild der Panikstörung beruht auf denselben Genen wie Depression und andere Erkrankungen – wenigstens zum Teil, wie Forscher in einer länderübergreifenden Studie herausgefunden haben (Mol Psychiatry 2019; online 11. November). An der Untersuchung nahmen 2248 Patienten mit Panikstörungen teil, berichtet die Philipps-Uni Marburg, die an der Studie beteiligt war. Außerdem umfasste die Analyse 7992 gesunde Kontrollpersonen.

Die Proben stammen aus Dänemark, Estland, Deutschland und Schweden. „Es handelt sich somit um die bisher größte derartige Studie“, wird Seniorautor Professor Johannes Schumacher, in der Mitteilung der Uni zitiert.

Für ihre Analyse nahm das Team Genvarianten unter die Lupe, die sich in einem einzelnen Baustein von anderen Versionen desselben Gens unterscheiden, sogenannte SNPs. Die Forscher überprüften, ob SNPs an bestimmten Genorten bei Patienten mit Panikstörung häufiger vorkommen als bei gesunden Menschen.

Sie fanden heraus, dass ein genetischer Zusammenhang zwischen Panikstörung und depressiver Störung sowie Neurotizismus besteht. Diejenigen Erbanlagen, die zu Panikattacken beitragen, haben auch einen Einfluss auf die beiden anderen psychischen Erscheinungsbilder.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Angststörungen und Depression die extremen Ausprägungen von seelischen Veranlagungen sein könnten, die auch jeder ganz normalen, gesunden Persönlichkeit zugrunde liegen“, schlussfolgern die Autoren in der Mitteilung. „Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Personen mit großer Reizbarkeit eher als andere zu Gefühlen wie Ängstlichkeit neigen, die sich bis zu Panikattacken steigern können.“ (eb)

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