Direkt zum Inhaltsbereich

Papilloma-Impfung ersetzt die Vorsorge nicht

STUTTGART (sko). Mit einem neuen Impfstoff gegen krebsauslösende Humane Papilloma-Viren (HPV) kann eine anhaltende Zervix-Infektion mit den Hochrisiko-Serotypen 16 und 18 vermieden werden. Die zytologische Vorsorgeuntersuchung zur frühen Diagnose eines Zervix-Ca wird dadurch jedoch noch nicht überflüssig.

Veröffentlicht:

Zervixkarzinome sind zu 99,7 Prozent mit einer HPV-Infektion assozi-iert. Vier von fünf Frauen infizieren sich mindestens einmal im Leben mit HPV. Diese Zahlen machen deutlich, welchen Stellenwert eine Impfung gegen dieses Virus hat.

Kurz vor dem Zulassungsantrag steht ein Impfstoff, der in Studien Frauen zwischen 88 und 100 Prozent vor einer Infektion mit den Serotypen 16 und 18 schützte, hat Professor Barbara Gärtner vom Universitätsklinikum Homburg/Saar bei einem Symposium in Stuttgart berichtet.

Ob die Impfung tatsächlich auch vor einem Zervixkarzinom schütze, könne derzeit noch nicht eindeutig gesagt werden. Aufgrund der jahrzehntelangen Latenzzeit zwischen Infektion und Krebsentstehung lasse sich nur der Schutz vor der persistierenden Infektion untersuchen.

"Aber wenn wir die Infektion verhindern, können wir mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß wir auch den Krebs verhindern", sagte Gärtner bei der von dem Unternehmen GlaxoSmithKline unterstützten Veranstaltung.

Etwa 30 Prozent der Zervix-Karzinome werden nicht durch die Serotypen 16 und 18, sondern durch andere Typen verursacht. Zudem weiß man von anderen Impfungen, daß es lange dauern kann, bis die Impfraten hoch sind. Die Zytologie wird somit nicht überflüssig. Deshalb wird auch nach Zulassung des Impfstoffes, die für Anfang 2007 erwartet wird, der Zervixabstrich Bestandteil der Krebsvorsorge bleiben.

Noch nicht eindeutig geklärt ist der Impfzeitpunkt. Die Dauer des Impfschutzes werde aufgrund der Studiendaten auf vier bis fünf Jahre geschätzt, weil die gegen das Virus gebildeten Antikörper nach dieser Zeit wieder abgebaut werden, so Gärtner. Da die Infektionsraten bei den 20- bis 30jährigen Frauen vermutlich durch die häufiger wechselnden Partner am größten seien, sollten Mädchen also kurz vor Aufnahme der sexuellen Aktivität geimpft werden.



STICHWORT Aus dem Springer Lexikon Medizin

Humane Papilloma-Viren (HPV)

Humane Papilloma-Viren sind doppelsträngige DNA-Viren und werden unterteilt in HPV vom Hauttyp (kutane HPV) und HPV vom Schleimhauttyp (mukokutane HPV). Die kutanen HPV verursachen etwa die Verrucae vulgares und plantares, eine Untergruppe Epidermodysplasia verruciformis. Wegen der Tendenz zu maligner Entartung der Läsionen werden diese Viren als intermediate risk HPV bezeichnet. Bei den mukokutanen HPV gibt es Untergruppen mit niedrigem (low risk HPV) und solche mit hohem Entartungsrisiko (high risk HPV), wie Typ 16 und 18.

Mehr zum Thema

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wechseljahresbeschwerden individuell behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gedeon Richter Pharma GmbH, Köln

Gestationshypertonie und Co.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: So gehen Sie therapeutisch vor

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Podcast Dr. Nele Frerksen-Kirschner

© Porträt: Dr. Nele Freerksen-Kirschner, Universitätsklinik Aachen | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wechseljahresbeschwerden individuell behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gedeon Richter Pharma GmbH, Köln
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

„ÄrzteTag“-Podcast

Wie kommuniziert man Zahlen und Risiken verständlich, Dr. Lühnen?

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Spitzensport schützt – und hinterlässt Spuren

Lesetipps
Sehr viele unterschiedliche Tabletten liegen auf einem weißen Tisch.

© DhanaStudio / Generated with AI

Damit die Behandlung anschlägt

Intensivierung bei therapieresistenter Hypertonie: Wie vorgehen?

Einzelne Bilder von Lebensmitteln die reich an Histamin sind.

© PhotoSG / stock.adobe.com

Mythos mit Nebenwirkungen

Verdacht auf Histaminintoleranz: Wie Sie jetzt vorgehen

Schatten eines übergewichtigen Menschen an einer Wand.

© Luluraschi / stock.adobe.com

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom