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Parkinson-Diagnostik ohne Anamnese unmöglich

DÜSSELDORF (ts). Das A und O in der neurologischen Diagnostik sind noch immer Anamnese und klinische Untersuchung. Nur ein Beispiel ist die Diagnose des Morbus Parkinson und die Abgrenzung zur Multisystematrophie.

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Die Diagnose des Morbus Parkinson mit den typischen Symptomen Bradykinese, Rigidität, Ruhetremor und Haltungsstörungen ist selbst für Neurologen nicht einfach. 24 Fehldiagnosen bei 100 Parkinson-Diagnosen habe eine britische Studie ergeben, berichtete Dr. Gregor K. Wenning von der Universität Innsbruck beim Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Düsseldorf.

Typisch für den klassischen Parkinson ist nach Aussage Wenningers die Wirksamkeit von L-Dopa. Besonders schwierig sei die Abgrenzung zur Multisystematrophie mit Parkinson-Symptomen (MSA). Diese Patienten haben jedoch nicht nur Parkinson-Symptome. Weitere mögliche Befunde: Nystagmus, Gangunsicherheit, Sturzneigung, Impotenz, Harn- und Stuhl-inkontinenz sowie orthostatische Dysregulation.

Kernspintomographisch erkennt man bei 80 Prozent der Patienten Veränderungen der Basalganglien. Aber: Ein negativer Befund schließt eine MSA nicht aus. Entscheidend für die Abgrenzung sei die rasche Progression. Wenninger: "Ein Parkinson-Patient, der fünf Jahre nach Diagnose unter Therapie im Rollstuhl sitzt, hat keinen idiopathischen Parkinson."

Ein weiterer wichtiger Befund ist nach Aussage von Professor Wolfgang H. Oertel der Ruhetremor. "Die Chance, daß ein Mensch mit Ruhetremor im Rahmen eines Parkinson-Syndroms an MSA erkrankt ist und nicht am Parkinson, liegt unter fünf Prozent", sagte der Neurologe der Universität Marburg. Biomarker helfen in der frühen Differentialdiagnostik nicht weiter. Oertel: "Einen spezifischen oder sensitiven Marker für die frühe Differentialdiagnose gibt es nicht." Aber, so Oertel: "Irgendwann werden wir sicher einen Gen-Chip haben." Und bildgebende Verfahren? "Am besten ist derzeit die diffusionsgewichtete Kernspintomographie.

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