Perindopril senkt bei stabiler KHK Infarktrisiko

MÜNSTER (gwa). Patienten, die ein niedriges Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt haben, profitieren signifikant von einer Sekundärprävention mit dem ACE-Hemmer Perindopril in der hohen Dosierung von 8 mg täglich. Das hat, wie bereits berichtet, die kürzlich veröffentlichte Placebo-kontrollierte EUROPA-Studie ergeben.

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Und: Eine signifikante Interaktion etwa mit Lipidsenkern, Betablockern oder Kalzium-Antagonisten, Medikamenten also, die KHK-Patienten häufig bekommen, konnte ausgeschlossen werden. Außerdem war der präventive Effekt von Perindopril (Coversum®) unabhängig von der Begleitmedikation.

Darauf wies Professor Michael Böhm von der Universität Homburg/Saar beim Kardiologenkongreß in Münster hin. Böhm stellte die Ergebnisse von EUROPA (European Trial on Reduction of Cardiac Events with Perindopril in Stable Coronary Artery Disease) in einer Hotline-Session vor, zu der auch das Unternehmen Servier eingeladen hatte.

In EUROPA waren mehr als 12 000 Patienten mit stabiler KHK aufgenommen worden. Diese Patienten hatten unter anderem bereits einen Myokardinfarkt, eine Bypass-Operation oder eine Koronararterien-Dilatation hinter sich. Oder es war angiographisch eine mindestens 70prozentige Stenose einer Herzkranzarterie nachgewiesen worden. Mehr als 90 Prozent der Probanden nahmen als Basismedikation Plättchen-Hemmer ein, mehr als 60 Prozent Betablocker, 57 Prozent Lipidsenker, 43 Prozent Nitrate und 31 Prozent Kalzium-Antagonisten.

Die Patienten erhielten zusätzlich entweder den ACE-Hemmer oder Placebo. Die Behandlungsdauer betrug im Mittel 4,2 Jahre. Primärer Endpunkt war eine Kombination aus kardiovaskulärem Tod, Myokardinfarkt und erfolgreicher Reanimation, berichtete Böhm.

Ergebnis: Mit 8 mg Perindopril war die Inzidenz dieser Komplikationen in der Perindopril-Gruppe signifikant um 20 Prozent niedriger als in der Placebo-Gruppe (absolute Reduktion der Ereignisse von 9,9 Prozent in der Placebo-Gruppe auf exakt acht Prozent in der Verum-Gruppe).

Fazit: Auch KHK-Patienten mit einem niedrigen Risiko für Komplikationen profitieren von der hochdosierten Perindopril-Therapie. Ein solcher positiver Effekt einer hochdosierten ACE-Hemmer-Therapie war bereits in HOPE - allerdings bei Patienten mit erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen - belegt worden.

Perindopril ist bisher zur Therapie bei arterieller Hypertonie und Herzinsuffizienz zugelassen. Empfohlene Dosierungen sind 4 bis 8 mg täglich.

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