Pertussis bei geimpften Kindern

OXFORDSHIRE (eis). Wenn Schulkinder 14 Tage und länger husten, haben sie oft Keuchhusten, und zwar auch, wenn sie komplett geimpft sind. Diese aktuellen Studienergebnisse aus England bestätigen Erfahrungen aus Deutschland. Die Pertussis-Impfung sollte daher schon bei Fünfjährigen aufgefrischt werden.

Veröffentlicht:

An der Studie in Allgemeinarztpraxen in Oxfordshire in England haben 172 Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 16 Jahren teilgenommen. Das berichten Forscher um Anthony Harnden von der Universität Oxford (BMJ, online first publication vom 7. Juli).

Alle Kinder hatten mindestens 14 Tage Husten gehabt. Bei 64 Kindern (37 Prozent) wurde serologisch eine Infektion mit Bordetella pertussis belegt. 55 der Kinder waren vollständig gegen Pertussis geimpft worden. Im Vergleich zu Kindern ohne Keuchhusten gab es bei Keuchhusten erhöhte Raten von Kindern mit Keuchen (2,9fach erhöht), mit Erbrechen (4,4fach) und mit Auswurf (2,4fach).

Der Keuchhusten dauerte im Durchschnitt 112 Tage. Bei Kindern mit Keuchhusten gab es im Vergleich zu den Kindern mit anderen Husten-Ursachen deutlich öfter pro Tag fünf und mehr Husten-Episoden, und bei Pertussis gab es häufiger nächtliche Hustenattacken.

Auch in Deutschland kriegen zunehmend geimpfte Kinder und Jugendliche Pertussis. Die Ständige Impfkommission rät daher seit kurzem schon im Alter ab fünf Jahre zur ersten Auffrischimpfung. Da es keinen Mono-Impfstoff gibt, ist eine Dreifach- (Tetanus-Diphtherie-Pertussis, TdaP) oder Vierfachkombination (TdaP-Polio) zu verwenden.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Kinder brauchen mehr Pertussis-Schutz

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Diagnostik bei Kindern

Kombination aus FAST und AST: sensitiver Score bei stumpfem Bauchtrauma

Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Gendermedizin

Geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauenherzen schlagen anders

Lesetipps