Pflegekräfte und Friseure haben gehäuft Hautkrankheiten

Hautschäden stehen seit Jahren an der Spitze der angezeigten Berufskrankheiten. Darunter am häufigsten: das Handekzem.

Von Angela Speth Veröffentlicht:
Friseure haben ein hohes Risiko für eine berufsbedingte Hautkrankheit.

Friseure haben ein hohes Risiko für eine berufsbedingte Hautkrankheit.

© Kzenon / fotolia.com

NEU-ISENBURG. Im Vorjahr wurden 19 210 Fälle mit Verdacht auf eine berufsbedingte Hauterkrankung angezeigt, teilt der Spitzenverband der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) mit. Damit stehen Hauterkrankungen - schwere oder häufig wiederkehrende Haut- und Handekzeme sowie allergische Reaktionen - mit Abstand an der Spitze aller gemeldeten Berufskrankheiten (hautInform 8/2010).

586 wurden 2009 als berufsbedingte Hauterkrankung anerkannt - damit nehmen sie auch den Spitzenplatz der häufigsten Berufskrankheiten ein, die "zur Unterlassung aller schädigenden beruflichen Tätigkeiten gezwungen haben". Prävention ist daher nach Angaben der Berufsgenossenschaften (BG) dringend nötig. Meist könnten simple Maßnahmen, wie das Tragen von Handschuhen, Hautkrankheiten verhindern.

Gehäuft kommen sie in Berufen vor, in denen mit Chemikalien und Wasser gearbeitet wird. Spitzenreiter mit den meisten Verdachtsfällen auf Hautkrankheiten ist mit mehr als einem Viertel die BG für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege: 5326 von 19 210. Ihr gehören Friseure, Pflege- und Reinigungskräfte an, die mit Putz- oder Pflegeprodukten, nickelhaltigen Geräten, Shampoos, Haarsprays und -farben in Kontakt kommen. Platz zwei belegt die BG Nahrungsmittel und Gaststätten mit 2462 Anzeigen. Das Feuchtklima in Küchen gilt hier als Risikofaktor. Es folgen die BG Metall (2016), die BG Bauwirtschaft (1415) sowie die BG Energie, Textil und Elektro (1160).

Besonders Kontaktallergien sind bei den berufsbedingten Hauterkrankungen weit verbreitet. In der chemischen Industrie sowie im Baugewerbe tritt auch verstärkt Hautkrebs auf. Dem DGUV-Bericht zufolge wurden 2009 198 Hautkrebserkrankungen als möglicherweise berufsbedingt gemeldet. 18 wurden anerkannt, 15 allein in der Bauwirtschaft.

Dermatologen gehen bei berufsbedingten Hauterkrankungen von hohen Dunkelziffern aus: Die Zahl der nicht gemeldeten Erkrankungen könne zehn bis fünfzig Mal höher sein. Als Grund vermuten sie: Aus Angst vor Arbeitsplatzverlust lehnen die Betreffenden eine Meldung ab.

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