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Pilgern für den Cholesterinspiegel

Heilkräfte einer Wallfahrt lassen sich belegen: Zumindest haben das jetzt Forscher für das Cholesterin nachgewiesen.

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Pilgerer: Je schneller, desto besser für ihr HDL-Cholesterin.

Pilgerer: Je schneller, desto besser für ihr HDL-Cholesterin.

© Oskar Höher / imago

UTRECHT (BS). Schnell ausschreitende Pilger dürfen sich einen stärkeren Anstieg ihres HDL-Cholesterins erhoffen als ihre Wegbegleiter, die gemächlicher unterwegs sind.

Der Lohn der Langsamkeit ist dafür eine stärkere Senkung des LDL-Cholesterins. Das hat eine Studie ergeben, für die 29 gesunde Personen 280 km auf dem Pilgerpfad nach Santiago de Compostela zurücklegten (BMJ Open 2012; online).

Die zwischen 40 und 70 Jahre alten Pilger waren alle zwölf Tage auf der Strecke, die schnellere Gruppe mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 4,6 km/h, die langsamere mit 4,1 km/h.

Alle Studienteilnehmer, das hat eine frühere Auswertung gezeigt, hatten dank der Pilgerfahrt ein günstigeres kardiovaskuläres Risikoprofil. Gewicht, LDL- und Gesamt-Cholesterin, Triglyzeride und Blutdruck waren zurückgegangen, das HDL-Cholesterin hatte zugenommen.

Ergebnisse lassen sich nicht leicht übertragen

Bei den hurtigen Gehern war das HDL-Cholesterin am Ende des Weges um 7,7 mg/dl stärker gestiegen, bei den geruhsameren Wanderern war das LDL-Cholesterin um 0,5 mmol/l (19,2 mg/dl) tiefer gesunken. Eine Verbesserung der Cholesterinspiegel war schon nach wenigen Tagen festzustellen gewesen.

Die Forscher warnen allerdings vor einer Verallgemeinerung der Beobachtungen. Zwar habe in der Studie langsameres Gehen stärker das LDL-Cholesterin gesenkt, das Ergebnis sei jedoch mit einer kleinen Probandenzahl und langen Phasen körperlicher Aktivität erzielt worden.

Es könne daher nicht einfach auf kürzere "Trainingseinheiten" oder andere Formen von körperlicher Aktivität übertragen werden. Dem KHK- oder Diabetes-Risiko lässt sich anderen Studien zufolge besser durch höheres Gehtempo vorbeugen.

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