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Plädoyer für intensive Demenzdiagnostik

BERLIN (gvg). Ohne ausführliche Diagnostik geht es bei Patienten mit Demenz nicht. Professor Adrian Danek aus München gab jetzt Tipps zu kognitiven Tests, Laboranalysen und bildgebenden Verfahren.

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Mit Labortests und Schädel-CT oder Schädel-MRT lässt sich eine sekundäre Demenz gut ausschließen. Eine solche Demenz ist dabei umso wahrscheinlicher, je jünger die Patienten sind. Daran hat Danek auf dem Neurologen-Kongress in Berlin erinnert.

Danek empfiehlt auch Labortests wie eine Bestimmung der Vitamin B12-, Folat- und Kalzium-Werte sowie eine Schilddrüsendiagnostik. Außerdem bestimmt er die Entzündungsparameter CRP und Blutsenkung sowie die Titer für Lyme-Borreliose und Lues, um andere Erkrankungen als Ursache der Demenz auszuschließen.

Bei der neuropsychologischen Demenzdiagnostik hält er den Uhrentest allein nicht für ausreichend. Zusätzlich sollte noch ein quantitativer Test gemacht werden, entweder der Mini-Mental-Status-Test (MMST) oder das strukturierte Interview für die Diagnose einer Demenz vom Alzheimer-Typ (SIDAM).

Beim SIDAM handelt es sich um einen 55-Punkte-Test, dessen Bearbeitung etwa eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. "Das SIDAM ist besser geeignet als der MMST für die Demenzdiagnostik, weil größerer Wert auf abstraktes Denkvermögen und Gedächtnisprüfungen gelegt wird", so Danek auf der von Pfizer und Eisai unterstützten Veranstaltung.

Wer zeitlich knapp ist, hat noch eine andere Option, nämlich einen kürzlich in der Literatur beschrieben Eine-Minute-Demenz-Test. "Bei diesem Test wird der Patient gebeten, innerhalb einer Minute so viele Tiernamen aufzusagen, wie ihm einfallen", so Danek. Wenn es nicht mehr als 15 sind, könne mit einer Sensitivität von 88 Prozent und einer Spezifität von 96 Prozent die Verdachtsdiagnose Demenz gestellt werden.

Als alleinigen Test möchte Danek den Kurztest allerdings nicht gelten lassen. Der Test gebe Ärzten aber eine gute Orientierung über den bei Demenz wichtigen Faktor der Wortflüssigkeit.

Psychometrische Testverfahren lassen sich über EBM-Nummer 03314 abrechen. Die jeweiligen Tests gibt es bei Antidementiva-Herstellern oder im Buchhandel.

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