Ernährungsmedizin

Pluspunkte für Therapie mit Fluvastatin

DRESDEN (gvg). Was sind die Risikofaktoren für Muskelschmerzen bei einer Statin-Behandlung? Dies ist in der französischen PRIMO-Studie untersucht worden. Außer der Anamnese war auch die Art der Statintherapie relevant.

Veröffentlicht: 03.02.2006, 08:00 Uhr

Über die Ergebnisse der PRIMO-Studie (Prédiction du Risque Musculaire en Observationnel) hat Professor Winfried März von der Universität Graz bei einer Kardiologie-Tagung in Dresden berichtet. In die Querschnittsuntersuchung einbezogen wurden 7924 Patienten, die wegen Hypercholesterinämie mit Statinen behandelt wurden. Sie mußten zuvor drei Monate lang konstant ein Statin eingenommen haben.

Insgesamt berichteten zehn Prozent der Studienteilnehmer über Muskelbeschwerden. In der Multivarianzanalyse wurden mit der Entwicklung von Muskelsymptomen in Verbindung gebracht: Muskelbeschwerden in der Vorgeschichte, eine Neigung zu Muskelkrämpfen ohne äußeren Anlaß, Muskelbeschwerden in der Familie und eine unbehandelte Hypothyreose.

"Ein unabhängiger Faktor für Muskelsymptome war aber auch die Art des verwendeten Statins", sagte März auf der von den Firmen Novartis und Astellas unterstützten Veranstaltung. Am günstigsten habe Fluvastatin 80 mg retard abgeschnitten: Fünf Prozent der Patienten berichteten bei dieser Therapie über Muskelbeschwerden. Bei anderen Statinen waren es zwischen zehn und 18 Prozent.

März bringt diese Beobachtung mit der Retardformulierung des Fluvastatins in Zusammenhang. Dadurch werde die im Blut auftretende Maximalkonzentration des Wirkstoffs gemindert, ohne daß sich etwas an der Wirksamkeit ändere. Fluvastatin ist das einzige Statin mit Retardformulierung, die von Novartis als Locol® 80 mg retard und von Astellas als Cranoc® 80 mg retard vertrieben wird. Durch die Retardierung könnten die Präparate auch morgens eingenommen werden, so März.

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