Direkt zum Inhaltsbereich

Pneumokokken-Impfung: ein Gewinn für chronisch Kranke

TARRAGONA (hub). Die Impfung gegen Pneumokokken schützt auch über 65-Jährige mit chronischen Atemwegserkrankungen: Geimpfte erkranken seltener an einer Pneumonie, sie müssen seltener in die Klinik, und die Sterberate durch Pneumonien ist geringer. Das lässt sich aus den Ergebnissen einer aktuellen Studie folgern.

Veröffentlicht:
Hat diese Patientin eine Lungenentzündung? Eine Kollegin bei der Auskultation. Die Pneumokokken-Impfung senkt das Pneumonie-Risiko.

Hat diese Patientin eine Lungenentzündung? Eine Kollegin bei der Auskultation. Die Pneumokokken-Impfung senkt das Pneumonie-Risiko.

© Foto: pa

In der spanischen prospektiven Kohortenstudie EVAN-65 mit mehr als 11 000 über 65-jährigen Teilnehmern wurden die Daten von fast 1300 chronisch Atemwegskranken ausgewertet. Etwa 700 von ihnen waren mit einer 23-valenten Pneumokokken-Polysaccharid-Vakzine (in Deutschland Pneumovax 23®) geimpft worden, etwa 600 Teilnehmer nicht (Vaccine 26, 2008, 1955).

Innerhalb von drei Jahren erkrankten 171 Teilnehmer an einer Lungenentzündung, 22 starben daran. In der geimpften Gruppe war die Erkrankungsrate jedoch um 33 Prozent und die Sterberate um 13 Prozent geringer als bei der ungeimpften. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen war bei den Geimpften 30 Prozent niedriger.

Immer wieder ist die Effektivität des 23-valenten Pneumokokken-Impfstoffs Gegenstand von Diskussionen. So gibt es Studien, in denen keine signifikanten Unterschiede zwischen Geimpften und Ungeimpften gefunden wurden. Viele Studien jedoch belegen eindeutig positive Effekte. So hatte zum Beispiel eine Gesamtauswertung der EVAN-65-Studie mit über 11 000 Teilnehmern eine Reduktion der Gesamtsterberate um 21 Prozent und der Sterberate durch Lungenentzündungen um 59 Prozent ergeben.

In Deutschland empfiehlt die Impfkommission STIKO, alle über 60-Jährigen mit der Vakzine zu impfen sowie - altersunabhängig - chronisch kranke Patienten. Auch mehrere Fachgesellschaften und Berufsverbände unterstützen diese Empfehlung in einem Positionspapier.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Seltene Erkrankungen

Primäre Immundefekte: Warnzeichen und Tipps fürs Labor

Primäre und sekundäre Formen

Immundefekte erkennen: So klappt’s in der Praxis

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

© Domepitipat | iStock

Lebensqualität zurückgewinnen

Chronisch rezidivierende Vulvovaginalmykosen

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

© Iuliia Petrovskaia | iStock

Dermatophyten-Infektionen

Thailandpilz, Tierkontakt & Nagelpilz

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

© robertprzybysz | iStock

Persistierende Onychomykosen

Welche Rolle spielen Biofilme bei Therapieversagen und Rückfällen?

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

© Springer Medizin Verlag

Rheumatoide Arthritis – auch auf die Lunge achten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: medac GmbH, Wedel
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Haustiere

Kasuistik: Was passieren kann, wenn der Hund die Wunde ableckt

Patienten häufig überwässert

Praxistipps zur Hyponatriämie: „Trinken nur bei Durst!“

Lesetipps
Ein Kleinkind kratzt an einem juckenden Ausschlag in der Nabelregion.

© shangarey / stock.adobe.com

Hausärztin gibt Tipps

Darauf ist in der Kommunikation mit Skabies-Patienten zu achten

Nicht alles können Ärzte in der Rheumatologie delegieren – die strukturierte Vorbereitung einer Anamnese allerdings schon.

© auremar / stock.adobe.com

Aufgabenteilung

Wie Delegation in der Rheumatologie funktionieren kann

Eine Frau hat einen kleinen Ventilator in der Hand.

© Marcus Brandt/dpa

Auf einen Blick

Unsere Beiträge zum Thema Hitze in der Übersicht